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als die Geſellſchaft, in der ſie aufgenommen war, zu fliehen. All ihr Blut begann zu kochen bei dem Ge⸗ danken an einen ſolchen Schimpf..
Oh, ſagte ſie bei ſich, wenn es zu dem kommt, ſo tödte ich ihn und mich nachher. Was wäre das Leben nach dieſem Schlage noch für mich?
Der ganze folgende Tag verſtrich ohne Nachrichten.
Weit entfernt, beruhigt zu werden, zitterte die Gou⸗ vernante. Die beunruhigendſten Vermuthungen kreuzten ſich in ihrer Einbildungskraft; ſie kannte ihren Gegner zu gut, um zu hoffen, daß er auf ſeine Abſichten ver⸗ zichte. Bebend glaubte ſie daher jeden Augenblick einen Abgrund unter ihren Füßen zu finden.
Nach dem Mittageſſen ſpazierte ſie mit ihrer Schü⸗ lerin im Garten; das Mädchen ſpielte um ſie her, rich⸗ tete von Zeit zu Zeit eine freundſchaftliche Frage an ſie und überließ ſie nachher ungeſtört ihrem Nachdenken. Man meldete einen Klavierſtimmer, den man am Mor⸗ gen beſtellt hatte; Fräulein Orthez trat in den Salon, um ihm die nöthigen Anweiſungen zu ertheilen; Flavia blieb zurück, mit der Pflege ihrer Blumen und Alleen beſchäftigt. Der Klavierſtimmer verbeugte ſich tief; als er den Kopf aufrichtete, ſtieß Chriſtine einen unwillkür⸗ lichen Schrei aus; es war der Fremde.
So ſchreien Sie doch nicht ſo, meine Liebe, das iſt albern; die Bedienten könnten ja glauben, ich verletze die Chrerbietung gegen Sie oder wolle das Silberge⸗ ſchirr Ihrer Herrin ſtehlen, und dann kämen ſie her und würden uns geniren. Zum Teufel, zeigen Sie doch etwas mehr Herrſchaft über ſich ſelbſt!
Mein Herr... was wollen Sie hier?... Dieſe Kühnheit... Hinaus! fügte ſie hinzu, indem ſie ihm mit einer ſtolzen Geberde die Thüre wies.
Sogleich, das iſt auch meine Abſicht, ſobald wir einige Worte gewechſelt haben. Sie wären nicht zu mir gekommen, deßhalb bin ich zu Ihnen gekommen, denn die Sache muß in's Reine gebracht werden. Ich habe


