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klemmung und ſuchte das Grauen zu beherrſchen, welches uns in Gegenwart eines Todten unwillkürlich befällt.
Sophie erſchien noch ſchöner als gewöhnlich. Ihr Vater hatte ſie ſelbſt zu Bette gebracht, indem er nicht litt, daß man ihre Haare in Ordnung brachte. So fielen die langen braunen Flechten auf ihre Schultern herab. Ein glänzend weißes Nachtkleid, mit feinen Spitzen eingefaßt und von dem armen Kinde ſelbſt ge⸗ ſtickt, hüllte den Leichnam ein. Ihre Augen waren geſchloſſen, ihre marmorweißen Hände ruhten nachläſſig auf dem Bette wie die einer Schlafenden. Nichts zeigte einen gewaltſamen Tod an, Nichts verrieth die Angſt, welche ſie hatte ausſtehen müſſen: ihr Mund lächelte beinahe noch.
Beatrix kniete neben ihr nieder und betrachtete ſie Anfangs einige Augenblicke ohne Furcht, aber bewegt durch eine ſeltſame Sympathie und betroffen über das eingebildete Band, welches ſie vorausſetzte zwiſchen ihrem Geſchick und dem dieſes unglücklichen jungen Mädchens, deſſen Blut ihre Stirne benäßt hatte, ſchob ſie das Tuch, welches die Bruſt der Todten bedeckte, etwas zur Seite.
Ich will ihre Wunde ſehen, ſagte ſie, an allen Gliedern zitternd. Das kann nichts Schreckliches ſein, ſie hat eine ſo friedliche Miene.
Furchtſam die Hand ausſtreckend, öffnete ſie das Hemde und erblickte unter der linken Bruſt eine drei⸗ winkelige Wunde, deren Ränder ſich geſchloſſen hatten und welche nur einen purpurnen Triangel auf der Sammethaut des jungen Mädchens bildete.
Wie, ſagte ſich Beatrir, das hat ſie getödtet! Eine ſolche Kleinigkeit!... Es bedarf nur einer ſo kleinen Wunde, um das Leben aufhören zu machen!... Das iſt gräßlich! Ein einziger Stoß und man iſt todt!... Wahrſcheinlich ohne Todeskampf!... Aber von einer geliebten Hand ſterben!... Oh, wenn die Unglückliche das gefühlt... welches Entſetzen, welcher furchtbare


