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Beatrix kniete andächtig nieder, ohne es zu wagen, die Augen aufzuſchlagen, aus Furcht, das zu ſehen, was zu ſehen ſie gekommen war. Endlich ermuthigte ſie ſich durch ein Gebet und richtete ihren Blick auf das Bett.
Ein Prieſter im Chorrock ſaß an einem Tiſche, worauf Crueifix, Meßbuch und Kerzen, und las die Todtengebete. Eine neben ihm knieende barmherzige Schweſter gab die Reſponſen.
Der Vater betrachtete mit leichenhaft blaſſem Ge⸗ ſichte, mit trockenem und ſtarrem Auge ſein Kind, wel⸗ ches zu ſchlafen ſchien.
Zu Häupten der Todten duftete noch auf einer kleinen Conſole der Blumenſtrauß von Beatrix vor dem Bilde der Jungfrau. In Folge eines eigenthümlichen Zufalls bildete die Mitte dieſes aus weißen Camelien beſtehenden Straußes eine chineſiſche Roſe, übergoſſen von einem ſo eigenthümlichen Roth, daß man haͤtte glauben können, es ſei Blut.
Mein Gott, dachte Beatrix, deren Blicke zuerſt auf den Strauß gefallen waren... ſeit geſtern immer und überall Blut... bis zu den Blumen herab!
Joſephine näherte ſich Herrn Hervé und bat ihn, für ihre Gefährtin, welche Sophie gut bekannt geweſen, um die Erlaubniß, die Todte noch einmal zu ſehen.
In ſeinen Schmerz verſunken, nickte er mechaniſch mit dem Kopfe, ohne zu wiſſen, was man ihm ſagte. Beatrir trat hinzu, der Prieſter etwas zurück und fuhr in ſeinem Gebete fort.
Vereinigen Sie ſich mit uns, ſagte er zu ihr, und empfangen Sie an dieſem Bette heilſame Aehren Bitten Sie den allmächtigen Gott, daß er Ihnen ein glücklicheres Lebensende ſchenke, und vor Allem erkennen Sie, wie zerbrechlich das Leben iſt, welches er uns gegeben, um einen guten Gebrauch davon zu machen.—
Beatrir hielt ſich noch immer etwas entfernt. Sie gewöhnte ſich aber nach und nach an die heftige Be⸗


