Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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ohne einen letzten Verſuch zu machen, Ihr Herz zu rühren. Wenn Sie vor Ihr und vor Gott erſcheinen, will ich nicht beladen ſein mit der ſchrecklichen und ungerechten Anklage, welche Sie gegen mich erhoben haben. Ich möchte mir das Zeugniß geben können, daß ich alle Mittel erſchöpft habe, um Sie zur Reue zu bewegen. Ernſt, ich beſchwöre Sie beim Namen Ihrer Mutter, im Namen ihrer Liebe, geben Sie dieſes ſchmählich ge⸗ raubte Geld zurück! Ueberlaſſen Sie mir die Sorge für Ihre Flucht, ich will Ihrer wegen meine Pflichten als Beamter vergeſſen, will Ihnen die letzten Ueberreſte mei⸗ nes Vermögens geben, will in Entbehrung leben... ja, ich will leben, ich werde die Kraft haben, zu leben, will Frankreich verlaſſen, wenn es ſein muß, will mich ſelber verbannen!

Es iſt zu ſpät! Wenn Sie damals ſo zu mir ge⸗ ſprochen hätten, ſtatt mich zu verſtoßen, würde ich viel⸗ leicht Ihren Bitten nachgegeben haben... aber jetzt...

Es iſt nie zu ſpät, Ernſt, hören Sie mich! unter⸗ brach ihn der Greis, deſſen Aufregung von Minute zu Minute ſtieg.

Ich kann nicht... die Stunde drängt...

Ja, die Stunde drängt! die Stunde der Züchtigung, der Strafe! Sie ſind alſo entſchloſſen?

Ganz und gar. ſull Wohlan, ſo mag ſich Ihr und mein Schickſal er⸗ füllen.

Er nahm eine Feder, ſchrieb einige Zeilen, welche er verſtegelte und ſorgfältig in einer Schublade ſeines Bureau's niederlegte.

Dies gethan, bemächtigte er ſich blitzſchnell der Pi⸗ ſtolen, welche ſein Sohn auf den Tiſch niedergelegt.

Ernſt zog ſich unwillkürlich nach der Thuüre zurück.

Rühren Sie ſich nicht, mein Herr, oder Sie ſind des Todes! Meine Hand iſt noch feſt, meine Auge noch ſicher genug, um Ihre Bruſt zu treffen... und nun ein letztes Wort Sie haben geglaubt, daß ſo ent⸗