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den Sie kennen. Ich fehlte... Sie waren mitleidslos, Sie erſtickten in mir jede Reue, jeden Skrupel. Meine Gewohnheiten und Leidenſchaften ſind ſo ſehr identiſch mit meiner Natur, daß ich, glaub' ich, ſterben müßte, wenn ich ihnen entſagte. Das mag Ihnen die dun⸗ keln Partieen meiner Aufführung erklären und insbe⸗ ſondere das Unglück von heute Abend... ein unvor⸗ hergeſehenes Unglück! denn ich wollte ſie nicht tödten... ſie zwang mich dazu durch ihren Widerſtand... dies erklärt Ihnen auch meine beſtimmte Weigerung, Ihren Bitten nachzugeben... Nein! dieſer Schatz kommt mir theuer genug zu ſtehen!... Ich ſage Ihnen, daß ich ihn nicht hergeben werde, ſo lange ich einen Hauch in der Bruſt habe.
Der Greis horchte auf dieſe in abgeriſſenen Worten und Sätzen vorgebrachte Erklärung mit einer Miſchung von Ueberraſchung und Grauen, womit ein Engel einen Verdammten anhören würde. Er begriff zum erſten Mal die ungeheure Verworfenheit ſeines Sohnes, er erkannte auch, daß jede Hoffnung auf Reue und Beſſerung eine vergebliche ſein müſſe. Und indem er ihn vor ſich ſtehen ſah, ſo ſchön und elegant ungeachtet ſeiner Geſunkenheit, indem er dieſem bezaubernden Auge begegnete, welches ſo mächtig zugleich und verhängnißvoll war, mußte er ſich fragen,— ob der Fürſt der Finſterniß von dem Körper dieſes Menſchen Beſitz ergriffen und ob es mög⸗ lich ſei, ihm zu widerſtehen. Er, der alte Patrizier, der alte Richter, war auf ſeiner langen Laufbahn noch nie einem verhärteteren und gefährlicheren Verbrecher begegnet, als dieſer ſein Sohn war, der letzte Erbe eines makelloſen Namen.
Verwirrt durch dieſen Gedanken, verſank er in Schweigen.
Ernſt nahm wieder das Wort und ſagte:
Mein Herr, wenn Sie mir nichts maht zu befehlen haben, will ich gehen.
Warum ſind Sie hierhergekommen? Warum ſind


