Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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Bei dem Wort geſtohlen zuckte Ernſt leicht mit der Wimper und verſoſe nach kurzem Zaudern:

Ich nahm die 300,000 Francs aus der Kaſſe ihres Vaters.

Wo ſind ſie?

Er zögerte abermals, dann ſagte er:

Hier in meiner Bruſttaſche.

Der Präſident ſtand auf, ging zu ſeinem Bureau, öffnete es ſchweigend, nahm ein Päckchen Banknoten her⸗ aus, deren Werth ein beträchtlicher zu ſein ſchien, und legte es neben ſich auf den Tiſch.

Hier, mein Herr, iſt ſo viel und mehr, als Sie zu Ihrer Flucht beduͤrfen werden. Geben Sie mir auf der Stelle das Geld, welches Sie geſtohlen; geben Sie es her, ich befehle es Ihnen.

Ernſt gab keine Antwort. Er trat zwei Schritte zurück, führte mechaniſch die Hand an ſeine Taſche, ſchüt⸗ telte den Kopf und ſchwieg.

Sie wollen es mir nicht geben, mein Herr?

Nein, verſetzte Ernſt mit infernaliſchem Lächeln; ich habe es nicht deßhalb genommen.

Schmach! Entſetzen! ſchrie der Greis. Mein Gott, was habe ich gethan, um ſo geſtraft zu werden?... Alles iſt aus... Ein ſolches Ungeheuer, welcher mit kaltem Blut ſein Verbrechen eingeſtehen kann, ohne Reue, ohne Bedauern, ohne eine Thräne über die Opfer, welche er geſchlachtet... ein ſolches Ungeheuer hat keine Fa⸗ milte! Er würde über den Fluch ſeines Vaters, über den Sarg deſſelben ſpotten!... Warum hatte ich Mit⸗ leid mit ihm?... Nein, ich will unbeugſam ſein wie er... Hören Sie mich wohl! Die Juſtizbeamten haben das Hotel noch nicht verlaſſen... Sie werden mir die dreimalhunderttauſend Francs geben oder aber ich rufe und überliefere Sie ihnen..

So ſprechend hatte der außer ſich gebrachte Greis die Vorſicht, welche er Ernſt empfohlen, außer Acht ge⸗ laſſen und ſeine Stimme unwillkuͤrlich erhoben.