32
ſprach aber während des kurzen Weges, welchen ſie zu machen hatten, kein Wort. Zu Hauſe angelangt, rief der Präſident in dem Augenblick, als die Einfahrtpforte geöffnet wurde und die Herren in die Vorhalle traten, ſeinen Thürſteher und gab ihm den gemeſſenen Befehl, Niemand aus dem Zauf zu laſſen, bevor die Beamten des Königs weggegangen wären. Seine Stimme war feſt, ſeine Hand zitterte nicht. Er hatte ohne Zweifel einen großen Entſchluß gefaßt.
Eine alte Haushälterin, welche eine hohe Haube, eine ſchwarztaffetne, ſpitzengarnirte Schürze und einen großen Schlüſſelbund am Guͤrtel trug, kam ihrem Herrn entgegen und erwartete die Befehle deſſelben.
abette, ſagte er zu ihr, Ihr werdet dieſe Herren im ganzen Hauſe umherfuͤhren, werdet ihnen alle Thü⸗ ren und alle Schränke öffnen, werdet Alles thun, was ſie Euch befehlen, und werdet ſie Alles mitnehmen laſſen, was ihnen mitzunehmen beliebt.
Mein Gott, Herr Präſident, rief die alte Frau erſchrocken aus, ich werde ihre Befehle gerne vollziehen, aber ich bin gewiß, daß man hier nichts Verdächtiges finden wird. Ihre Leute ſind rechtſchaffen, ich kann für ſie gutſtehen, wie für mich ſelbſt.
Es handelt ſich nicht um meine Leute, Babette. Fürchtet Nichts für ſie und haltet Euch bereit, den Herrn Procurator des Königs zu begleiten.
Herr von Saint⸗Serve ging den Beamten voran.
Sie traten in ein großes, düſteres und ernſtes Ge⸗ mach in dem Erdgeſchoß des Hotels. Bücherſchränke von Eichenholz waren darin mit juridiſchen Werken an⸗ gefüllt. Gewirkte Tapeten ſtellten auf der einen Seite das Urtheil des Salomo, auf der andern das des Bru⸗ tus dar und erhöhten den finſtern Eindruck des Zimmers. In der Mitte ſtand ein ungeheurer Schreibtiſch von Ebenholz, welcher, bedeckt mit Papieren aller Art, mit Excerpten, Noten und ſtaubigen Bänden, verrieth, daß


