Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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ſtrengen Herrſchaft eines Greiſes, deſſen Aeußeres die Traditionen einer früheren Zeit bewahrte und keine jener Anziehungskräfte beſaß, welche einen jungen Mann an das väterliche Haus ſeſſeln. Den unwiderſtehlichen Ein⸗ fluß, welchen weibliche Sanftmuth auch auf die rauhe⸗ ſten Naturen übt, hatte Ernſt nicht kennen gelernt. Voll Reſpect vor der Perſon, deren Namen er trug, hatte er für dieſe niemals ein wärmeres Gefühl empfun⸗ den, hatte ſich in ihrer Gegenwart nie frei und behag⸗ lich gefühlt. Der Präſident erkältete ihn durch ſeinen Blick, durch ſeine Verweiſe, ſogar ſchon durch ſeinen Anblick. Das Reſultat dieſer beſtändigen Furcht war die Entwickelung des Stolzes und der Entſchloſſenheit in einem von Natur herriſchen und feſten Charakter. Ernſt hatte Neigung für die Künſte, für Abenteuer und Unter⸗ nehmungen, wo Kühnheit und Selbſtvertrauen, verfüh⸗ reriſche Manieren, der Zauber des Wortes, die Macht geiſtiger Combinationen glänzen konnten. Er wäre gern ein Induſtrieritter, ein Diplomat, ein ausgezeichneter Literat geworden.

Aber ſein Vater war unbeugſam und er mußte, ungeachtet ſeines Widerſtandes, ungeachtet des Ekels, welchen ſchon der Anblick des Juſtizpalaſtes ihm ein⸗ flößte, die Laufbahn des Advokaten verfolgen. In die erſten Cirkel von Paris aufgenommen, wo ſeine Eleganz, ſeine geiſtige Ueberlegenheit, ſeine unbeſtreitbare Schön⸗ heit eines gefallenen Engels auf die Frauen der Mode eine Art Bezauberung übten, hatte Ernſt in einem ver⸗ ſchwenderiſchen Leben die beſcheidenen Mittel, welche ihm ſein Vater zur Dispoſition ſtellte, bald erſchöpft. Er machte Schulden. Der Präſident weigerte ſich, ſie zu bezahlen. Ernſt unterdrückte ſeine Scham und begann ſeinen Vater zu haſſen, die Welt und die Tugend zu verachten. Er ſpielte. Anfangs glücklich, mußte er den Umſchlag des Glückes bald bitter empfinden. Mit ſei⸗ nen Auskunftsmitteln zu Ende, zu ſtolz, um ſich auf's Neue den Vorwürfen und Zurückweiſungen ſeines Vaters

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