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rante füllte, ergriffen ward bei der Nachricht von dem dopdeltan Verbrechen, deſſen Schauplatz das Haus ab⸗ gegeben.
Die Nachricht war eingetroffen einen Augenblick nach dem befremdenden Anblick, welchen eine junge und lachende Braut darbot, die plötzlich mit Blut bedeckt worden war durch die Berührung des Handſchuh's ihres Bräutigam's, während dieſer die Marquiſekrone ihr um die Stirne legte.
Das Blut, welches den Handſchuh des Marquis von Monza färbte, war friſch und flüſſig. Es mußte demnach ganz unmittelbar vergoſſen worden ſein. Nun vernahm man im nämlichen Augenblicke, daß in dem mit dem Hotel zuſammenhängenden Wechslerladen ein junges Mädchen ermordet worden ſei. Herr von Monza, der ſich verſpätet hatte, war haſtig von dieſer Seite her ge⸗ kommen. Das Blut konnte alſo nur das der Tochter des Wechslers ſein. Aber wie konnte daſſelbe unter die⸗ ſen Umſtänden den Handſchuh des Marquis färben?
Dieſe Fragen, dieſe Gedanken ängſtigten alle Her⸗ zen und drängten ſich allen Geiſtern auf. Keiner wagte, ſeinem Nachbar eine ſo traurige Vorſtellung, einen un⸗ willkürlichen, unvermeidlichen Verdacht mitzutheilen, aber er ſchwebte auf allen Lippen, konnte in allen Augen ge⸗ leſen werden. Man tauſchte ihn ſchweigend aus. Die Frauen knüpften eiligſt die Bänder ihrer Pelze zu, die Männer drängten ihre Leute zur Eile, welche von der Freitreppe herab nach den Wagen riefen. Pferdegeſtampf und Rädergeraſſel erfüllte den Hof und nach Verfluß von weniger als einer Viertelſtunde war das Hotel leer von Gäſten.
Inzwiſchen ließ Herr von Monza, bleich und verſtört, ſeine rechte Hand des blutbefleckten Handſchuhs entkleiden.
Mit dumpfer Stimme hatte er noch einmal das Wort:„der Unglücklichel« ausgeſprochen.
Was bedeutete es?
Die blutige Marquiſe. I. 2


