Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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trägt, was wird aus ihr zur Zeit der Früchte? Nur ein dürres Gezweige.

Tauchte wohl ſo ein Gedanke in dem Geiſte des Marquis auf, als er zum letzten Mal durch ein preſſantes Billet in das Hotel der Vicomteſſe berufen wurde?

Er ſagte davon nichts zu Beatrix, doch waren ſeine Züge zuſammengezogen und unruhig. Er antwortete mit ausgeſuchter Höflichkeit auf die Fragen, welche man an ihn richtete, aber mit einer zerſtreuten, befangenen Miene. Er erkundigte ſich wiederholt, ob man Nichts gebracht, ob nicht Jemand nach ihm gefragt hätte, empfahl dann, ihn nicht wieder aufſuchen zu laſſen, weil er wahrſchein⸗ lich nicht wieder nach Hauſe gehen würde, und verließ das Hotel, ohne die Hand ſeiner Braut zu berühren. Beatrix ihrerſeits, welche ſehr damit beſchäftigt war, eine Garnitur von blauem Fuchspelz zu bewundern, vergaß diesmal, ſie ihm zu bieten.

Sie erblickte in der Zerſtreuung und Aufregung ihres Verlobten nur die ganz natürliche Ungeduld, welche die der Unterzeichnung eines Ehevertrags vorausgehenden Tage zu begleiten pflegt, und ſchloß aus den Fragen des Marquis, daß ihr derſelbe noch eine Ueberraſchung bekeinn wolle, daß ſie noch ein neues Geſchenk empfangen olle.

In der That brachte kurz vor dem Diner ein Com⸗ mis von Foſſin ein ſehr großes Schmuckkäſtchen, indem er ſagte, er habe Befehl, daſſelbe an Fräulein von Cha⸗ marante zu überliefern. Sie fragte den jungen Mann aus, welcher aber weiter Nichts zu ſagen wußte, beeilte ſich dann, das Käſtchen zu öffnen und blieb erſtaunt vor dem herrlichen Werk der Juwelierkunſt ſtehen, welches ihren Blicken ſich darbot.

Wie, auch das noch! rief der Vormund aus. Herr von Monza begeht Thorheiten.

Thorheiten, mein Herr? Eine Marquiſe⸗Krone, eine wirkliche und wahrhafte Marquiſe⸗Krone! Habe ich denn nicht ein Recht darauf?