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beim Aufſtehen Alles bereit ſinde. Heute Abend haben wir große Ausſtellung. Alle Freundinnen unſeres Fräu⸗ leins, alle Bekannten unſerer gnädigen Frau werden unſere ſchönen Sachen muſtern. Der Herr Präſident wird begreifen, was uns das für Mühe macht. Wenn aber der Herr mir folgen will, werde ich ihn anmelden. Der Herr gehe jedoch leiſe, unſer Fräulein hat einen ſo leichten Schlaf.
Wahrhaftig, Frau Angela, Ihr ſeid hier im Palaſt des ſchlafenden Dornröschens. Dieſes kleine Maͤdchen hat euch Alle zum Narren und zwar, Gott verzeih' es mir! ſeine Mutter voraus.
1 heftiger Glockenton widerhallte in dem ganzen Hotel.
Da haben wir's! der Herr wird ſie aufgeweckt haben. Sie hat ſicherlich Geräuſch gehört! Was wird Madame ſagen?
Seid ruhig, weder ich noch Ihr haben ſie aufge⸗ weckt. Der Gedanke an ihre Hochzeit, der Wunſch, ihre ſchönen Geſchenke zu bewundern, that es. Ach, die jun⸗ gen Mädchen! Die Revolutionen ändern Nichts an der Koketterie und den Capricen derſelben.
Die alte Dienerin verſchwand und bald darauf er⸗ ſchien ein leichtes, elegantes Kammermädchen, durch⸗ ſchritt mit einem prachtvollen Blumenſtrauß in der Hand das Vorzimmer und wandte ſich zu einem gegen den Garten hinaus liegenden Gemach, deſſen hohe Flügel⸗ thüren mit doppelten Vorhängen geſchloſſen waren, welche Luft und Geräͤuſch von außen abhielten. Sie trat be⸗ dachtſam hinein, näherte ſich im ſchwankenden Scheine der Nachtlampe den Fenſtern und öffnete leiſe die Läden.
Ein Sonnenſtrahl drang in das Zimmer. Eine friſche und ſilberne Stimme kam unter dem Mouſſelin und Roſataffet des Bettes hervor und fragte:
„Wie viel Uhr iſt es, Joſephine?« „Neun Uhr, Fräulein.“


