Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1850)
Entstehung
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ſo verſchieden von den jetzigen! Bei Hofe und in der roßen Welt lebten Ehegatten vermöge der geſellſchaft⸗ ichen Pflichten und Gewohnheiten faſt geſchieden, und dann exiſtirte zu jener Zeit noch der Reſpect vor ſich ſelber, der Reſpect vor ſeinem Hauſe, welchen man jetzt nicht mehr beſitzt, nicht mehr kennt.

Die Verderbniß der letzten Regierung hat Alles durchdrungen und Nichts iſt der gegenwärtigen Gene⸗ ration heilig.

Die Unordnung des Denkens hat die Unordnung des Betragens herbeigeführt.

Was mußten wir während des Jahres, welches der Republik vorherging, Alles an uns vorübergehen ſehen! Und woher kommen dieſe Wirrſale, dieſe Scandale, dieſe geſtörten Ehen? Faſt immer von der unzulänglichen Er⸗ ziehung und daher, daß man ſich ſo wenig Mühe gibt, Charaktere, Geiſter, Seelen zuſammenzufügen, welche für einander paſſen.

Die Geſchichte aus der Gegenwart, welche ich Ihnen erzählen will, iſt ein Beweis mehr für dieſe traurige Wahrheit.

Ach, indem ich die Feder anſetze, fühle ich mein Herz beben und füllen ſich meine Augen mit Thränen, denn was ich erzählen ſoll, iſt ſchrecklich. Lebhafter als

je kehren mir die Scrupel wieder, welche mich bis jetzt verhindert haben, eine der tragiſchen und jammervollen Geſchichten aus dem zeitgensſſüchen Privatleben bekannt

zu machen. Man wird mich anklagen, fürcht' ich, halb verwiſchte Erinnerungen aufzufriſchen, der Menge kaum erkaltete Gebeine und noch glühende Thränen vorzuſetzen. Die unglaubliche Analogie dieſes Drama's mit einer in den Annalen der vornehmen Pariſer Welt leider nur allzu berüchtigten Kataſtrophe hat mich lange zurückgehal⸗ ten, aber es gibt für den Schriftſteller eine Pflicht, deren Ernſt ihn über perſönliches Widerſtreben, über die zar⸗ ten Inſtinete des Herzens hinweghebt. Dieſe Pflicht be⸗ ginnt an dem Tage, wo er den geheimen Sinn der