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daß er vielleicht eines Tages die Frau, welche er liebt, opfern müſſe, wenn ihm dieſelbe nicht rechtmäßig an⸗ gehört, und indem er dieſe Vorſtellung bekämpft, macht er ſich allmälig mit derſelben vertraut. Ein Mann lebt auch ohne Liebe ſo leicht! Er kann ſich ſo leicht mit Anderem befaſſen, das Herz iſt für ihn von ſo geringer Bedeutung. Die Frauen ſind recht thöricht, von Sei⸗ ten der Dankbarkeit ein Glück oder ſelbſt nur eine Erinnerung zu erwarten. Sie verlieren oft ihr Leben und tauſchen dafür nur Vergeſſen, Gleichgültigkeit, ja noch Schlimmeres ein. Es gibt für ſie nur eine Sicher⸗ heit, und dieſe iſt die Pflicht. Außer derſelben kein Heil, keine Freude. Warum überzeugen ſie ſich im All⸗ gemeinen erſt dann von dieſer Wahrheit, wann es zu ſpät iſt, Gebrauch davon zu machen?
Die Nachricht von dem tragiſchen Ausgang des Herrn und der Frau von Monza gelangte unmittelbar nach der Februarrevolution nach Paris und fiel mitten in die allgemeine Angſt und Aufregung. Sie machte alſo nur in gewiſſen Kreiſen Aufſehen und entging der Oeffentlichkeit. Die Herzogin von Alagny ſtieß Schreie des Schreckens aus und ſtellte ſehr verſtändige Betrach⸗ tungen an, welche ich aber hier nicht wiederholen will. Sie wollte Flavia ſelber abholen, welche von den furcht⸗ baren Verluſten, welche ſie erlitten, unterrichtet war, nicht aber von der entſetzlichen Art und Weiſe, wie dieſelben ſich bewerkſtelligt hatten. Sie glaubte, ihre Eltern ſeien dem Typhus unterlegen. Die Trennung von ihrer Gouvernante war für ſie nicht weniger ſchmerz⸗ lich als ihre Verwaiſung. Chriſtine ſagte ihr das rüh⸗ rendſte, herzzerreißendſte Lebewohl. Die Gouvernante mußte Robert und ihrer künftigen Gefährtin zugleich entſagen, alſo Allem, was ſie liebte. Dieſem ſchreck⸗ lichen Stoß vermochte ſie nicht zu widerſtehen. Sie wurde ernſtlich krank, ihre Kräfte waren erſchöpft.
Frau von Alagny wollte ſte deſſenungeachtet ſehen.


