Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Sie konnte es neben Flavia nicht aushalten, der Schat⸗ ten ihres Vaters trat zwiſchen ſie. Mehr noch als Alles fürchtete ſie den Beſuch Robert's, welcher ſein Bäschen nothwendig beſuchen mußte. Obgleich ſie auf ihrem Tiſche das an ihn adreſſirte Packet hatte liegen laſſen, zweifelte ſie dennoch nicht, daß er ſie noch einmal werde ſprechen wollen, und ſie fürchtete ihn, wie man das, was man liebt, fürchtet, indem man es zugleich erſehnt.

Um dieſer qualvollen Verlegenheit ein Ende zu machen, vertraute ſte der Superiorin, was dieſe von ihrer Geſchichte wiſſen durfte, und bat ſie, einestheils bei den Behörden für ſie Bürgſchaft zu leiſten, andern⸗ theils für Flavia Sorge zu tragen, bis Frau von Alagny, an welche ſie geſchrieben, die Kleine abholen oder abholen laſſen würde. Sie für ihre Perſon wollte ſich in ein ſtrengeres und unzugänglicheres Kloſter zu⸗ rückziehen.

Die Superiorin zeigte Theilnahme für Chriſtine's Schmerz, und als Herr von Chamarante im Sprach⸗ zimmer nach Flavia fragte, führte ihm die Oberin die⸗ ſelbe eigenhändig zu und entſchuldigte Fräulein Orthez, welche Niemand ſehen könne.

Dieſe Zurückweiſung traf Robert in's Herz. Er ſchrieb mehrmals, ohne Antwort zu erhalten. Zuletzt ſchickte ihm Chriſtine einige Zeilen, in welchen Liebe und Pflicht ſich ſo zu ſagen das Gleichgewicht hielten. Sie beſchwor ihn, er ſolle nicht verſuchen, ſie von einer Lebensweiſe abwendig zu machen, welche für ſie fortan die einzig mögliche ſei, und fügte hinzu, ſie würde ſeine ferneren Briefe nicht mehr leſen, aber ihre Ge⸗ danken würden ihn nie verlaſſen.

Robert mußte ſich unterwerfen. Das thun die Männer am Ende gewöhnlich, beſonders dann, wenn Reichthum und Glück ihre Unterwerfung belohnen. Auch der Beſte unter ihnen hat immer den Hintergedanken,

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