178
Plötzlich erhob ſich dort eine Staubwolke. Peit⸗ ſchengeknall und Poſthornklänge ließen ſich vernehmen. Offenbar kam ein Gaſt von Bedeutung an.
Chriſtine lief an das Treppenfenſter, von wo ſie den Ehrenhof und die Freitreppe überblicken konnte.
Eine vierſpännige Kaleſche fuhr im Galopp durch das Thor und hielt an. Ein Reiſender öffnete den Schlag und ſprang heraus, ohne zu warten, bis man den Wagentritt herabgelaſſen.
Kaum hatte Chriſtine ihn erkannt, als ſie haſtig zurücktrat und halbtodt murmelte: Dbh, mein Gott, was jetzt thun?!
Schluß.
Wie der geneigte Leſer mehrfach zu bemerken Ge⸗ legenheit hatte, war Chriſtinen raſche Entſchlußfaſſung und unwiderrufliche Entſchloſſenheit eigen. Als ſie den Grafen von Chamarante erkannte— denn dieſer war es, welcher, durch die Herzogin von Alagny von der Abreiſe ſeiner Baſe in Kenntniß geſetzt, jetzt herbeikam — als ſte, ſage ich, Robert erkannte, mußte ſie zugleich gegen ſich ſelbſt und gegen ihn kämpfen und ungeachtet ihrer Stärke zitterte ſte, dieſen Kampf zu beginnen. Es blieb ihr alſo nur ein Ausweg und der war, die Flucht zu greifen, bevor ſie von Robert erblickt würde. Sie ſtieg daher eine der Treppen des Thurmes hinab, erreichte ihren ſchon beſpannten Wagen und war ſchon weit weg, bevor Robert, welcher ſich nothgedrungen mit den Geſchäftsleuten über die wichtigſten Dinge in ein Geſpräch einlaſſen mußte, ſie zu ſehen verlangen konnte. Einmal hinter den Mauern des Kloſters, fürchtete ſie Nichts mehr; die Gitter deſſelben ſicherten ſie vor jeder Ueberraſchung und der Graf konnte nicht bis zu ihr


