Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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ſind in Zukunft vor mir ſicher, ich werde mich der Ver⸗ gangenheit nur erinnern, um Sie zu beſchützen, wenn Sie es wünſchen ſollten, um mich als Ihr Freund zu zeigen, wenn Sie es wollen. Eine Frau wie Sie hat nach ſo vielen Stürmen wenigſtens ein Recht auf Ruhe. Wenn Sie mich je wieder ſehen wollen, ſo ſchreiben Sie an Herrn Ernſt, Poſt reſtante in Calcutta; der Brief wird mir zukommen und beantworte ich denſel⸗ ben nicht, ſo bin ich todt. Wo Sie ſich auch verber⸗ gen mögen, ich werde Sie zu entdecken wiſſen; dennoch werden Sie es nie gewahr werden. Leben Sie wohl, dieſer Unglückliche hat nur noch ganz kurze Zeit zu leben, er wird nicht mehr erwachen; ſchon jetzt ſcheidet ſeine Seele allmälig vom Körper. Machen Sie ſich keine Gewiſſensbiſſe, Sie haben recht gehandelt.

Es zeigte ſich Jemand an der Thüre des Zimmers und Ernſt verſchwand ſofort in den Windungen der Corridore, welche er bereits vollkommen zu kennen ſchien.

Von Müdigkeit überwältigt, ſtieg Chriſtine gegen Morgen zu wieder in ihr Gemach hinauf. Sie ſchlief in ihren Kleidern ein, allein das Geräuſch, welches mehrere Perſonen an der Thüre verurſachten, weckte ſie bald wieder. Sie ſprang auf und fragte, was es gäbe.

Oeffnen Sie, Fräulein, im Namen des Geſetzes.

Ah, dachte ſte, jetzt kommt der ſchwere Augenblick.

Sie öffnete und empfing die Fremden mit ihrer natürlichen Würde, ohne Uebertreibung und ohne Ver⸗ legenheit. Man hieß ſie Platz nehmen und befragte ſte über das, was ſie geſehen, über das, was geſchehen, über den Tod der Marquiſe und den des Marquis.

Sie ſagte die Wahrheit, indem ſie ſo viele Klug⸗ heit, als nur immer möglich war, anwandte, um das Andenken von Beatrix zu achten und ſogar das ihres Mannes nicht zu verdächtigen. Sie fühlte einen eiſtgen Schauer, als ſie ihre letzte Unterredung mit Herrn von

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