Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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und die der bairiſchen Behörden abwarten. Glücklicher⸗ weiſe konnten ſie nicht lange ausbleiben. Auch der Zu⸗ ſtand des Marquis quälte ſie fürchterlich; ſie ging hinab, um Erkundigungen darüber einzuziehen; viel⸗ leicht wünſchte ſie ſich auch der Abreiſe Ernſt's zu ver⸗ ſichern. Der Pfarrer und der Arzt verließen den Kran⸗ ken nicht. Er erkannte Niemand mehr; doch bevor er in dieſen ſchmerzlichen Zuſtand verfallen war, hatte er noch den Geiſtlichen anhören und ihm ſeine Schuld beichten können. Chriſtine gelangte ohne Hinderniſſe bis zu Amadee's Zimmer, ſtand jedoch an der Thüre ſtill, denn es ſchien ihr unmöglich, daſſelbe von Neuem zu betreten. Sie hörte die Stimme des Prieſters, welcher die Sterbegebete herſagte, und die der Bauern und Be⸗ dienten, welche darauf antworteten. Dieſer impoſante und ſchauerliche Anblick ſchnitt ihr noch tiefer in die Seele und lebhafter als je fühlte ſte den ungeheuren Fehler, den ſie begangen hatte, und die Nothwen⸗ digkeit, denſelben durch alle nur möglichen Mittel ab⸗ zubüßen.

Unter den Leuten, welche voll frommer Gefühle der Ceremonie anwohnten, blieb ein einziger Mann an das Simswerk gelehnt in der Haltung einer wirklichen Aufmerkſamkeit und Traurigkeit ſtehen. Fräulein Orthez erkannte in ihm Ernſt; er hatte ſie ſchon geſehen und bedeutete ihr, ihm in den Corridor vorauszugehen. Sie wagte es ihm nicht abzuſchlagen, und er ſäumte nicht, ſich zu ihr zu begeben.

Ich wollte nicht abreiſen, ohne Sie noch einmal zu ſehen, Chriſtine, ohne Sie von Neuem zu beruhi⸗ gen, ohne Sie auch zu bitten, mir nicht ein gar zu ſchlechtes Andenken zu bewahren. Dieß Alles hat einen tiefen Eindruck auf mich gemacht, ich verhehle es Ihnen nicht, allein in einer ſo verdorbenen Natur wird ſich der Eindruck ſchnell verwiſchen. Ich werde wieder in meine alten Gewohnheiten verfallen, fürchte ich. Sie