Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Er kehrte ſich gegen die Wand um. Ernſt wartete einen Augenblick in der Meinung, er werde noch mehr zu ſagen haben; Herr von Monza ſprach jedoch kein Wort mehr. 1

Wohlan, ſo leben Sie denn wohl, wenn es doch ſein muß. Leben Sie wohl und zählen Sie auf mich!

Zehn Minuten ſpäter trat der Attaché in das Zim⸗ mer. Er fand Herrn von Monza auf ſeinem Bette, von einer faſt unbeſieglichen Schlafſucht und beſtändigen Convulſionen befallen. Dennoch vermochte er ſich noch aufzurichten, ſtreckte ihm ſeine ſchwankende Hand ent⸗ gegen und überreichte ihm ſein letztes Schreiben.

Ich ſterbe, mein Herr, ſagte er, ich habe Gerech⸗ tigkeit an mir geübt. Es iſt unnütz, Hülfe herbeizu⸗ rufen. Laſſen Sie mir bloß den Pfarrer kommen. Oeff⸗ nen Sie die Thüre, damit Jedermann mich höre, wäh⸗ rend ich noch im Stande bin, mich auszudrücken. Frau von Monza war ein Engel; ich allein bin ſchuldig, das ſchwöre ich bei meinem ewigen Heil, Niemand darf weder wegen meines Todes noch des ihrigen beunruhigt werden. Bringen Sie meiner Tochter meinen letzten Segen, ich liebe ſie ſterbend noch, wie ich ſie immer geliebt habe, die theuere und ſanfte Flavia!

Er richtete die Augen auf die an der Thüre ver⸗ ſammelten Dienſtboten und entdeckte unter ihnen Ernſt. Ihre Blicke begegneten ſich.

Ich leide furchtbar, ſagte er, ich habe noch man⸗ chen Kampf zu beſtehen. Ach, hätte ich nur ſchon vollendet!

Bald! antwortete eine Stimme, die er allein er⸗ kannte.

Chriſtine begab ſich in einem Zuſtande der ſich nicht be⸗ ſchreiben läßt, in ihr Zimmer hinauf. Sie verbarg ihr Ge⸗ ſicht mit ihrem Taſchentuche und hielt ihr Schluchzen zu⸗ rück, um die Aufmerkſamkeit nicht auf ſich zu ziehen.