Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Gehen Sie, Chriſtine, ich will Sie nicht mehr an⸗ blicken, denn ſonſt würde ich Sie nicht mehr verlaſſen. Beten Sie, beten Sie für mich, noch einmal, vergeſſen Sie mich nicht. Ich empfehle Ihnen meine Flavia, den armen Engel! Ich werde Sie nie... nie mehr ſehen. O, wie furchtbar laſtet mein Verbrechen auf mir!

Die Gouvernante ſtürzte in den Corridor hinaus, ihre Kräfte verließen ſie, der Marquis und Herr von Saint⸗Serve blieben allein bei einander. Ernſt ergriff Amadee's Hand.

Sie haben mich gelehrt, daß ich noch Etwas em⸗ pfinden kann, mein Vekter. Die Erinnerungen an meine Kindheit, an meine Familie ſind wieder erwacht. Mei⸗ nen Vater, meine Tante, Beatrix, Alle habe ich wieder geſehen, ich habe trotz Allem gefühlt, daß ich ein Saint⸗ Serve bin. Ich darf mich hier nicht länger aufhalten, Sie müſſen ſelbſt wiſſen, wie Sie ſich zu benehmen haben; meine Gegenwart könnte Ihnen neue Verlegen⸗ heiten zuziehen. Nachdem ich auf wunderbare Weiſe dem Schiffbruch entgangen war, ſuchte ich das arme Mädchen von Neuem auf. Sie haben mich todt geglaubt! Leute meines Schlages ſterben nicht auf ſolche Weiſe. Jetzt verbanne ich mich ganz, ich ehre Ihre Flavia, die arme liebe Waiſe, und will ſie nicht mit unſerer Verwandtſchaft belaſten. Haben Sie Muth, bald wird Alles zu Ende ſein.

Herr von Monza fühlte, daß er von Augenblick zu Augenblick ſchwächer ward.

Schwören Sie mir, daß Sie Chriſtine nie mehr ſehen wollen?

Ich ſchwöre es Ihnen.

Dann leben Sie wohl, mein Lehrer im Laſter. Bitten Sie den jungen Franzoſen, den Sie im Salon finden werden, ſich ſogleich hieher zu begeben; das iſt

der letzte Dienſt, den Sie mir erweiſen können. Leben Sie wohl!