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Vorſehung hatte mir Alles, was glücklich machen kann, verſchwenderiſch zugetheilt; ich habe ihr Werk zerſtört, ich habe ihre Gaben verachtet, ich habe eine Frau ver⸗ laſſen, die meiner ganzen Zärtlichkeit und aller Huldi⸗ gungen würdig war und nie den geringſten Vorwurf verdient hat. Möge der Himmel mir verzeihen! Ich ſelbſt werde mir nie verzeihen!“
Da, Chriſtine, ſind Sie zufrieden? Verzeihen Sie mir, meinen Willen mit dem meines Opfers zu ver⸗ einen, verzeihen Sie mir, Ihre Seele zu zerreißen. Jh rin vielleicht ſtrafbar, indem ich an Ihnen zweifle, allein...
Allein Sie wollen ſich noch feſter vergewiſſern, er⸗ widerte ſte mit dem trübſten Lächeln. Ach, ich entſchuldige Sie, ich weiß, was das Herz leiden kann. Ueberdies laſſen Sie mir Flavia, Dank, Dank, das iſt mehr als ich verdiene.
Jetzt leben Sie wohl, Chriſtine, ich wünſche allein zu ſein; leben Sie wohl, Sie, die ich mehr geliebt habe, als irgend Jemand Sie je lieben wird. Wir werden uns nicht wieder ſehen. Sie waren der Engel meiner letzten Augenblicke; ein Jedes von uns übte einen unſeligen Einfluß auf das Leben des Andern aus, ich bin allein der Schuldige, denn ich allein habe den Abgrund gegraben. Leben Sie wohl, Ernſt; verwei⸗ gern Sie mir in meinem letzten Augenblick einen Troſt nicht: Friede und Vergeſſen ihr!
Auf Edelmannswort, Amadee, Chriſtine wird nie wieder von mir hören, wenn ſie mich nicht zurückruft.
Gut. Jetzt verlaßt mich Beide. Ich will allein bleiben, ich will Chriſtine neue Reue erſparen. Beten Sie für mich, Chriſtine, vergeſſen Sie mich nicht ganz. Den Gott, mein Herz bricht, ach, wie ſehr liebte ich
ie!
Fräulein Orthez unterdrückte ihr Schluchzen; an der Thüre warf ſie ſich auf die Kniee und murmelte:
Verzeihung! Verzeihung!


