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Heilig wie das Grab meines Vaters, ſagte Ernſt. Sie waren zum Scepter geboren, Fräulein. Es gibt keine zweite Frau, wie Sie find.
Leider! ſagte Amadee... geben Sie mir das be⸗ nöthigte Schreibmaterial, die Zeit drängt. Sie haben geſagt, daß ich nicht ſehr leiden werde, Ernſt, wird es lange dauern?
Sie werden bald einſchlafen und dann...
Ich verſtehe... ich werde nicht mehr erwachen... Dann muß ich eilen.
Er ſetzte ſich jan ſeinen Schreibtiſch und ſchrieb mit ziemlich feſter Hand folgende Zeilen:
„Ich kann nach den vorgegangenen Ereigniſſen nicht mehr leben, ich kann den Ausgang eines Prozeſ⸗ ſes, deſſen Schmach auf meine Tochter zurückfallen würde, nicht abwarten. Man klage meines Todes we⸗ gen Niemand an, er iſt ein freiwilliger, er iſt unver⸗ meidlich. Man klage Niemand wegen des furchtbaren Verbrechens an, das geſtern in dieſem Schloſſe began⸗ gen wurde. Im Begriff, vor Gott zu erſcheinen, ſchwöre ich bei dem ehrwürdigen Haupte meines Vaters, bei dem meines Kindes, ſchwöre ich, daß alle Perſonen meines Hauſes oder meiner Familie unſchuldig find, daß nicht Eine von ihnen um den Tod meiner Frau gewußt hat, bevor er Allen bekannt wurde. Ich wünſche, daß Graf Robert von Chamarante der Gatte Flavia's von Monza werde. Dies war der glühendſte Wunſch der Marquiſe, es iſt auch der meine.“
„Ich wünſche, daß meine Tochter bis zu ihrer Ver⸗ mählung in den Händen ihrer jetzigen Gouvernante und unter der Leitung der Frau Herzogin von Alagny, meiner Freundin, bleibe. Ich bitte Gott und die Men⸗ ſchen wegen des ihnen gegebenen Aergerniſſes um Ver⸗ zeihung. Ich wünſche, mein Beiſpiel möge Denen, welche wie ich die Bahn der Pflicht verlaſſen, um die der Leidenſchaft zu betreten, zum Nutzen gereichen. Die


