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Chriſtine, Sie haben geſtegt; ich nehme die Buße an, die Sie mir auferlegen, ich nehme ſie an, denn ſte iſt gerecht; Sie haben nur gethan, was ich hätte thun ſollen. Jetzt bleibt mir Nichts mehr zu thun, als den Schlag abzuwenden, der Sie bedroht, und mich von Ihnen zu trennen. Ich will meine letzten Gedan⸗ ken, meinen letzten Willen niederſchreiben, doch bevor Sie mich verlaſſen, geben Sie mir wenigſtens das Ver⸗ ſprechen einer Erinnerung, laſſen Sie mich eine Ver⸗ zeihung vernehmen. Meine unſelige Leidenſchaft hat Ihr Daſein zerſtört, ich habe Sie mit in den Abgrund ge⸗ riſſen, der mich verſchlingen wird; ich bin ein Elender, unwürdig der Barmherzigkeit und des Mitleids. Meine arme Beatrix bittet dort oben für mich, ſie flößt mir dieſe guten Gedanken ein; ſie will, daß wir uns ver⸗ einen, um gemeinſchaftlich über unſere Tochter und über Sie zu wachen. Sie können mich nicht lieben, Chriſtine, aber Sie können mir den Tod beinahe ſüß machen, indem Sie mich verſichern, daß Sie mich nicht verabſcheuen, indem Sie mir Verzeihung gewähren. Wollen Sie das?.
Mein Herr, rief das junge Mädchen, in Thränen zerfließend, ich ſchwöre es Ihnen bei meiner Mutter, ich werde Sie mein Leben lang im Andenken behalten. In der Zurückgezogenheit, in der ich leben, in der Ein⸗ ſamkeit in der ich meine Tage beendigen werde, werde ich aus der Tiefe meines Herzens für Sie beten. Auch ich habe Etwas abzubüßen, ich!
In der Zurückgezogenheit... in der Einſamkeit ... fragte er ſchüchtern.
Ja, mein Herr, ich werde Ihre Tochter den Hän⸗ den ihres Gatten übergeben und dann wird die Welt nie mehr von der armen Chriſtine reden hören. Seien Sie ruhig, ich habe kein Glück mehr zu erwarten! Ich rechne darauf, daß mein Aſyl Jedermann heilig bleiben wird.


