Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Voller Verzweiflung, aber immer noch ſtark, trat Fräulein Orthez jetzt zum erſtenmal zu Ernſt hin, deſ⸗ Lnrtdemwart ſie in neue und ſo große Unruhe ver⸗ etzte.

3 Mein Herr, bei Allem, was es Heiliges in der Welt gibt, geſtatten Sie, daß ich ihm Hülfe verſchaffe, laſſen Sie mich bei ihm. Ich glaubte eine Pflicht ge⸗ gen meine geliebte Schülerin zu erfüllen, ich habe meine Empfindungen dabei im Voraus erwogen, allein ich kann, ich kann ihn nicht leiden ſehen, ohne ihm einige Erleichterung zu bringen.

Chriſtine, Sie ſind ein großes Herz, ein feſter Geiſt, ich bewundere Sie und ſchwöre Ihnen, daß Sie Nichts mehr von mir zu fürchten haben. Wenn Sie dieſem Unglücklichen und ſeiner Tochter nützlich ſein wollen, ſo reden Sie ihm zu und beſtimmen Sie ihn, als Edelmann zu ſterben, die Aufgabe zu erfüllen, welche die Ehre ihm auferlegt. Gehen Sie, ich will nicht hören, was Sie ihm ſagen, werde aber hier blei⸗ ben, denn ich laſſe Sie mit dieſem Wahnſinnigen nicht allein. Die ſchwachen Naturen empören ſich zuweilen und dann werden ſie furchtbar.

Fräulein Orthez erwiderte Nichts, ſondern kehrte zu dem Marquis zurück, der immer in der nämlichen Haltung verblieb, und kniete neben ihm nieder. Indem ſte in ihrem Herzen Ausdrücke rührender Reue ſuchte, fand ſie jene Worte, bei welchen das ſtarrſte Eis ſchmilzt, der glühendſte Zorn erlöſcht. Sie rief das Bild ſeiner Tochter, den Schatten der Marquiſe herbei, berührte in den tiefſten Falten ſeiner Seele ſowohl ſeine Leiden⸗ ſchaft, als ſeine zerſtörten Hoffnungen; nie gab es eine gewaltigere und überzeugendere Beredtſamkeit, ſie be⸗ herrſchte den phyſiſchen Schmerz, ſie beherrſchte die Aufwallungen, ſie beherrſchte ſogar die Liebe zum Le⸗ ben. Der Ünglückliche ſchlug ſeine thränenvollen Augen zu ihr auf und ſagte:

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