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meine Strafe erdulden, denn ich ſchulde Niemand Etwas. Aber Sie, muß ich Sie denn immer auf den wahren Ge⸗ genſtand dieſer Unterhaltung zurückführen? Wollen Sie nicht aus ſich ſelbſt daran denken? Sehen Sie nicht ein, wer Sie ſind? Kurz, vergeſſen Sie Ihre Tochter! Wollen Sie ihr Unglück und Schande hinterlaſſen? Soll ſie eine entehrte Waiſe werden? Das iſt das Loos, das Sie ihr vermachen. Und Sie denken, ich, die ich fortan Mut⸗ terſtelle bei ihr vertrete, ich werde das für ſie annehmen? Nein, nein, meine Flavia muß nicht Alles auf einmal verlieren; dieſer ſo reine Engel ſoll ſeine Flügel nicht im Kothe beſchmutzen.
Herr von Monza hatte ſeit mehreren Tagen Nichts gegeſſen; er empfand daher eine außerordentliche Schwäche. Die Aufregungen der letzten Nacht und die des heutigen Tages drückten ihn vollends zu Boden. Um ſich Kraͤfte zu geben, trank er von Zeit zu Zeit einige Schlücke ſehr ſtarken Grogs, indem er im Zimmer auf⸗ und abſchritt. Fräulein Orthez folgte ihm mit den Augen und erſpähte ſeine Entſchlüſſe mit einer Aengſtlichkeit, die ſich auf ihrem Geſichte abſpiegelte. Er ſprach während des Gehens, er ward immer aufgeregter und kam wieder auf ſeine Liebe und ſeinen Entſchluß zurück, mit Chriſtine zu leben und zu ſterben. Sie unterbrach ihn nicht und ſchien in tiefes Träumen verſunken, dann fing auch ſie an, auf der an⸗ dern Seite dieſes großen Zimmers auf⸗ und nieder zu gehen. Plötzlich ſtand ſie jedoch ſtill, wandte ſich raſch gegen den Marquis um und ſagte:
Herr von Monza, zum letzten Male, wollen Sie in Beruͤckſichtigung Ihrer Ehre, in Beruckſichtigung Ihres Vaters, in Berückſichtigung Flavia's den einzigen Ent⸗ ſchluß faſſen, der einem Manne von Ihrem Namen unter ſolchen Umſtänden ziemt?—
Nein. Sie würden ſich mit Ihrem Liebhaber über mich luſtig machen.
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