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Beweis, ich allein kannte ihn, dieſer Beweis iſt ein Brief der Marquiſe an ihre Tochter, es iſt ihr Teſtament. Ich habe ihn gefunden, als ich ihr Schmuckkäſtchen ordnete, und hatte ihn kaum zu Ende geleſen, als Sie eintraten.
Und Sie haben ihn nicht vernichtet? Und Siel haben ihn ſelbſt ausgeliefert?... Sie wollen mich alſo zu Grunde richten?
Ich habe mich noch mehr zu Grunde gerichtet als Sie; denn dieſer Brief klagte mich noch härter an als Sie. Aber ſollte es mich auch das Leben koſten, nie würde ich den Tempelraub begangen haben, dieſes Teſtament zu vernichten und meine geliebte Schülerin der letzten Gedan⸗ ken ihrer Mutter zu berauben. Nein, mein Herr, Sie kennen mich nicht. Sie wiſſen nicht, welche Autokratie die Pflicht über mich übt. Diefes Papier raubt mir mehr als das Leben, es raubt mir Hoffnung und Glüͤck; allein ich füge mich, weil ich muß. Gehe ich in dieſer Welt verloren, werde ich in jener gerettet ſein. Gott kennt mich.
Aber was ſind Sie doch für ein ſeltſames Mädchen? Unzugänglich allen Schwächen, allen Intereſſen, allen Verführungen!
Ich verlange keine Lobſprüche von Ihnen, mein Herr, ich verdiene ſie nicht, und wenn ich Ihnen mittheile, was ich thun zu müſſen geglaubt, ſo geſchieht es nur, weil ich Sie die Möglichkeit und Nothwendigkeit lehren möchte, mein Beiſpiel zu befolgen, welches Sie, wie ich glaube, nicht aus freien Stücken befolgen würden. Waffnen Sie ſich mit Muth; denn Sie werden peinliche und feierliche Worte hören.
Mein Gott, was haben Sie mir noch zu ſagen?
Ich habe Ihnen zu ſagen, daß Sie verloren ſind, daß all Ihr Lügen und Ihr Leugnen weder Glaube noch Vertrauen finden wird oder finden kann. Ihr Verbrechen liegt am Tage, Alles klagt Sie an, Alles überführt Sie. Sie wollten nicht fliehen, ſo lange es Zeit war. Jetzt bleibt Ihnen nur noch ein Mittel, Schaffot und Entehrung


