154
uneigennützigen Hingebung. Sie vergaß ſich ſelbſt, ſie ſtrich ſich gleichſam von der Liſte des Lebens und wollte nur noch für die zwei Gefühle ihres Herzens leben, für Robert und Flavig. Sie wog die Chancen ihres Gluͤckes und ihrer Stellung ab, ſie warf einen Blick um ſich, ſie ſuchte für die Beiden den möglichſt günſtigen Ausgang aus der Kataſtrophe, welche über ihre Familie hereingebrochen, und nachdem ſie bei wiederholtem und angeſtrengtem Nach⸗ denken eine auf die Thatſachen und deren Folgen ſelbſt bafirte Ueberzeugung erlangt, faßte ſie ihren Entſchluß. Dieſer Entſchluß, welcher es auch war, eröffnete ihre Rolle der Selbſtverleugnung, zu welcher ſie ſich beſtimmt hatte. Ihr energiſcher und unbeugſamer Charakter verlieh ihr all den Muth, deſſen ſie bedurfte, ſelbſt den Muth, ſich in's Verderben zu ſtürzen. Die Entmuthigung war nur für einen Augenblick über ſie gekommen, ſogleich rich⸗ tete ſie ſich wieder auf und beugte ſich dann nicht wieder.
Oh, die Gewalt dieſer Frau über das Unglück war bewundernswerth! Es lag in dieſer zweifelsohne ſehr unvoll⸗ kommenen und ſogar ſehr gefährlichen Natur ein unwider⸗ ſtehlicher Zauber. Dieſes junge Mädchen, welches allein und ohne Stütze in die Welt geſtoßen worden und einzig und allein durch ſeine Willenskraft es dazu gebracht hatte, ſogar ſcheinbare Unmöglichkeiten zu beſiegen, flößte eine
Art von Achtung ein, welche die Heftigkeit ſeiner Leiden⸗
ſchaften keineswegs ganz verwiſchen konnte.
Als die Nacht angebrochen war, verließ Chriſtine bebenden Schritts ihr Zimmer und wandte ſich nach dem des Marquis. Sie ſtreugte ſich an, ihren Muth wieder zu erlangen, und klopfte an die Thüre, indem ſie ihren Namen nannte.
Er öffnete nach einem augenblicklichen Zaudern.
Chriſtine, fagte er, kommen Sie endlich?
Freuen Sie ſich nicht über mein Kommen, mein Herr, ich bringe nur traurige Gedanken und ſchmerzliche Be⸗
track zu e lich
über
Herr
den auf chen Sie
imm ſei? verlt hand ren,
ſchoꝛ und einen
und Dun Hof
Ihne
Chin ken zu l
man treſſe
ſelbſt


