Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Den Reſt des Tages über lag ein tödtliches Schwei⸗ gen auf dem Schloſſe. Die Dienſtboten und die Bauern bewachten die Eingänge. Als die Nacht kam, ſtellte man auch noch eine Schildwache auf die Galerie des Thurmes und dieſe Vorſichtsmaßregeln verriethen trotz der höflichen Sprache der Attachés wenig Vertrauen.

In ſein Zimmer verſchloſſen, war Amadee die Beute einer furchtbaren Aufregung und Angſt. Mehrmals klopfte er an die Thüre Chriſtine's; allein ſie beſtand darauf, ihm nicht zu antworten. Er wagte es nicht, den Eintritt zu erzwingen, denn das Haus war mit Leuten angefüllt, welche das kaum hätten geſchehen laſſen. Er mußte alſo zuwarten, allein und leidend, ohne ſeine Schmerzen Je⸗ mand mittheilen zu können.

Kein Menſch vermag zu ſagen, welches Drama ent⸗ ſetzlicher Schmerzen ſich in der Seele dieſes Mannes ab⸗ ſpielte und die Strafe ſeines Verbrechens beginnen ließ.

Gott hat ſeine Stunden!...

Fräulein Orthez ließ ſich durchaus nicht ſehen. Sie verbrachte ohne Zweiſel ihre Zeit ebenfalls in gräßlicher Angſt. Ein Kampf und zwar ein Kampf auf Leben und Tod mußte ſich in dieſer ſtarken Seele entſpinnen. Sie machte ſich durchaus keine Illuſion. Sie ſah ein, daß ſie in eine furchtbare Anklage verwickelt ſei. Sie fühlte ſich gefangen in einem Netze von Argwohn, Kummer und viel⸗ leicht von Schande, welchem zu entrinnen ihr unmöglich ſein würde. Sie mußte auf ihre theuerſten Plane ver⸗ zichten. Sie ſah die von ihr geträumte, ſo geliebte Zu⸗ kunft vor ihr verſinken; die traurige Berühmtheit, welcher ſie entgegenging, mußte ihr jeden Gedanken an Heirath unterſagen. Der letzte Wille von Beatrir ſchied ſie von Robert und dieſer letzte Wille war ihr heilig wie das Ge⸗ bot Gottes und ſollte gehalten werden, müßte ſie es auch mit dem Leben bezahlen. Sie brachte daher das Opfer raſch, ſie beſtimmte ſich zu einer gränzenloſen und völlig