Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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ihre Hand zu zittern und erblaßte ſie noch mehr. Die gegen ſie geſchleuderte Anklage traf ſie in's Herz. Als ſie den Brief zu Ende geleſen, entfiel er ihren Händen und mit unbeſchreiblicher Angſt rief ſie aus:

Ah, es iſt geſchehen! ich bin verloren!

Im ſelben Augenblick ſchlug eine Stimme an ihr Ohr, eine Stimme, welche durch das Fenſter kam und ſie in allen Fibern zittern machte.

Dieſe Stimme rief halblaut:

Chriſtine, Chriſtine Orthez!

Ach, mein Gott, wer ruft mich?

Der Schrecken feſſelte ſie an ihren Platz. Dieſe Sünne kam aus dem Grabe und alle Todten umring⸗ ten ſie.

Ein Geräuſch an der Thüre und lebhaft gewechſelte Worte vermehrten ihre Ueberraſchung. Auch dort rief man:

Chriſtine, Chriſtine Orthez!

Die Thure ging auf.

41. Der Finger Gottes.

Mehrere Perſonen traten zugleich ein, geführt von dem Marquis, welcher vollſtändig angezogen und zwar bleich, aber wuürdevoll und ſcheinbar ruhig war.

Sein Aeußeres war ganz geeignet, ſelbſt ein geübtes Auge zu täuſchen, und ſicherlich hätte in ihm Niemand den Mann erkannt, deſſen Geſicht und Kleider eine Stunde früher mit den Spuren des Mordes beſudelt waren. Sein tadelloſer, der Stunde und den Umſtänden vollkommen angemeſſener Anzug zeigte einen unnachahmlichen Stempel von Natürlichkeit. Sie ſchien ſo improviſirt als möglich und nicht eine Falte verrieth den Reiſekoffer. Er ſchritt voraus und auf Chriſtine zu mit den Worten: