146
Haltung, wie dieſer Fremde war, konnte er kein Bauer oder Handwerker ſein.
Das iſt ein origineller Touriſt, dachte Chriſtine, ein Engländer, der ſich verpflichtet glaubt, die Tracht des Lan⸗ des zu tragen, in welchem er ſich gerade befindet. Die Lage des Schloſſes und dieſer iſolirt ſtehende, über dem Abgrund ſchwebende Thurm frappirt ihn. Wenn er nur nicht daran denkt, das Innere des Schloſſes ſehen zu wol⸗ len, mein Gott!
Durch dieſen Gedanken zu der Gefährlichkeit der Um⸗ ſtände zurückgeführt, erwog Chriſtine ernſtlich die Mittel, aus einer ſo ſchwierigen Lage herauszukommen. Keines genügte ihr. Eine ungeheuere Verantwortlichkeit laſtete auf ihr, wie ſie ſich keineswegs verhehlte. Man mußte ſo⸗ gleich die bairiſchen Behörden und die franzöſiſche Geſandt⸗ ſchaft in München von dem Tode von Beatrir in Kennt⸗ niß ſetzen, man mußte die Familie der Marquiſe benach⸗ richtigen. Aber mußte man nicht auch dem Marquis Zeit zur Flucht laſſen? Mußte man der Familie nicht ein zwei⸗ tes Unglück erſparen, welches noch ſchrecklicher war, als das fruͤhere?
Allein, fremd und ſogar ſelbſt dem Verdachte aus⸗ geſetzt, mußte Chriſtine die Schwierigkeit und Gefahr dieſer verſchiedenen Aufgaben ſchwer auf ſich laſten fühlen.
Mein Gott, erleuchte mich! ſagte ſie, oder ich werde unterliegen. Ach, wäre doch Robert hier!...
Als man ſie in der vorhergehenden Nacht geweckt hatte, um ihr das Billet von Beatrir zuunſtellen, hatte ſie nur der Stimme ihres Herzens gehorcht und hatte ſich, ganz von dem Wunſche erzüllt, die Wünſche der Marquiſe zu erfüllen, auf die Reiſe begeben, ohne die möglichen Folgen zu erwägen. Indem ſie Flavia den Nonnen über⸗ gab, beſchwor ſie dieſelben, ihr Tag für Tag Nachricht zu geben, aber ſie fühlte die Nothwendigkeit, der Kleinen ſo lange als nur immer möglich die zwiſchen ihren Eltern herrſchenden Zerwürfniſſe zu verbergen. Das reine und
men ſcho er ſein erſch lein ihn
ſein
eckel Chr der auf


