Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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ſchwache und ſo gute Lamm, das ſeinen Nacken zum Opfer dargereicht hat. Und dann meine ich, es ſei genug fur einen Edelmann... Eine Frau! O, mein Herr, das iſt ſehr ſeige und ſehr ſchlecht!

Sie vernichten mich, Chriſtine, Sie kämpfen mit bit⸗ term Hohn und brechen mein Herz. Auch ich werde nicht nachgeben; auch ich werde meinen eiſernen Willen haben und Sie ſollen mir angehören oder wir werden Beide ſterben.

Mit dieſen Worten verließ der Marquis das Zimmer und kehrte in das ſeine zurück. Chriſtine hörte, daß er den Schlüſſel im Schloſſe umdrehte.

Er ſchließt mich ein! murmelte ſie mit verächtlichem Lächeln. Der arme Mann, der mich auf ſolche Weiſe zu zwingen glaubt!

Dieſe Frau mit der ſtählernen Seele zuckte nicht ein⸗ mal mit den Brauen bei dem Gedanken, ſich allein mit einem Leichnam zu befinden. Die gewöhnlichen Eindrücke glitten über ſie hin, ohne ſie zu durchdringen; ſie beherrſchte Alles. Nichts vermochte ſie von einer vorgezeichneten Bahn abzubringen. Sie dachte einige Augenblicke nach und über⸗ legte, welche Stellung ſie unter dieſen furchtbaren Umſtän⸗ den einnehmen ſolle. Die Drohungen des Marquis er⸗ ſchreckten ſie nicht; ſie konnte, wie ſie glaubte, eine ſo un⸗ bedingte Nichtbetheiligung beweiſen, es ſchien ihr ſo un⸗ möglich, angeklagt zu werden, daß ſie dieſes eitle Hohn⸗ ſprechen und dieſe tollen Beſchimpfungen weit von ſich warf. Und würde Robert ſie überdieß nicht vertheidigen? Mußte man ihn nicht benachrichtigen, ihn herbeirufen, die Feiuh dieſer furchtbaren Angelegenheit in ſeine Hände legen Sie beſchloß es zu thun, ſobald ſie die heiligen Pflichten gegen die Marquiſe erfüllt haben würde.

Indem ſie ſich ihr daher ohne Schrecken und ohne Wider⸗ willen näherte, nahm ſie ihr vor allen Dingen die Mar⸗ quiſen⸗Krone ab und legte ſie auf dem Tiſch an dieſelbe