Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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noch Angeſichts eines ſolchen Schauſpiels redet, werde ſich durch Ihre Weigerung aufhalten laſſen? Nein, von heute an gehören Sie mir, von heute an verbindet uns ein ver⸗ hängnißvolles und unauflösliches Band; wo Sie ſein werden, da werde ich ſein; was Sie thun werden, das werde ich thun. Weigern Sie ſich, mir zu folgen, ſo bleibe ich und müßten die Henker mich aus dieſem Schloſſe, dem Pfande der Tapferkeit meines Vaters, reißen; wir werden uns ſelbſt auf dem Schaffote nicht verlaſſen; denn wenn die Ungerechtigkeit der Menſchen mich dahin führt, ſo ſol⸗ len Sie es mit mir beſteigen, das ſchwöre ich bei dieſem Blute, das unſer Beider Füße färbt!

Chriſtine war eine jener ausnahmsweiſen Naturen, welche die Gefahr zu Allem gerüſtet findet, welche die Dro⸗ hungen nur ſtärker machen. Sie ſenkte den Blick nicht, ſie zeigte weder Aufregung noch Furcht; ihre hohe Geſtalt aufrichtend und ihren Bewegungen eine erhabene Majeſtät verleihend, antwortete ſie mit ſicherer Stimme:

Gott ſieht und beurtheilt uns, mein Herr, er kennt meine Unſchuld. Wenn es ſein Wille iſt, daß ich unter⸗ liege, ſo werde ich unterliegen; wenn aber ſeine Hand mich hält, ſo werden Ihre Verleumdungen und Lügen kein Haar auf meinem Haupte krümmen. Sie haben hier Nichts mehr zu thun, entfernen Sie ſich; benützen Sie die Zeit, die Ihnen bleibt, um dieſe anklagenden Zeichen zu vertilgen und einen entſcheidenden Entſchluß zu faſſen. Ich werde gegen Frau von Monza die frommen Pficchten erfüllen, die meine Ehrerbietung und mein Schmerz mir anbefehlen, ich werde bei dieſen koſtbaren Reſten wachen, bis Sie über deren Loos und das Ihre entſchieden haben. Sie werden die Schwelle dieſer Thüre nicht wieder überſchreiten, ich verbiete es Ihnen; der Tod und die Schaam unterſagen es Ihnen. Sie kennen mich hinlänglich, um zu wiſſen, welch ein Wille der meine iſt; ich fürchte Sie nicht, hören Sie's? Sie werden mich nicht hinſchlachten, wie dieſes ſo

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