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ſein! Haben Sie vergeſſen, wer ich bin, mein Herr? Ha⸗ ben Sie meine ſchreckliche Vergangenheit vergeſſen und glauben Sie, daß ich von Ihnen, den ich nicht liebe, Schande und Schmach annehmen würde, während ich mein Herz gebrochen habe, um denſelben zu entfliehen?
Sie hatte mir doch geſagt, daß Sie mich nicht lieb⸗ ten! verſetzte er mit herzzerreißendem Ausdrucke.
Nein, ich liebe Sie nicht, ich haſſe, ich verachte Sie. Wä⸗ ren Sie nicht Flavia's Vater, ſo würde ich Sie mit eigener Hand dem Henker überliefern, denn keine Strafe kann groß genug für Sie ſein. Aber auf Flavia, meine viel⸗ geliebte Flavia, würde der Flecken fallen, auf ſie, die ſo rein, ſo unſchuldig iſt, und das darf nicht ſein. Fliehen Sie, fliehen Sie augenblicklich; ich werde Alles beſorgen.
Aber dieſes Billet?
Auch dafür werd' ich ſorgen, ſag' ich Ihnen.
Und indem ſie es in kleine Kügelchen zuſammenrollte, verſchluckte ſie dieſelben.
Sind Sie jetzt ruhig? Wollen Sie abreiſen? Sie haben keinen Augenblick zu verlieren.
Und Sie?
Denken Sie an Flavia.
Ich verlaſſe Sie nicht.
Denken Sie an Flavia! Man muß Flavia retten. Reiſen Sie ab, reiſen Sie ab!
Chriſtine, ich will abreiſen, wenn Sie mir verſprechen, mir nachzufolgen, meine Tochter zu mir zu bringen, mit ihr bei mir zu leben. Was ſollte ich allein in der Ver⸗ bannung thun? Iſt es nicht beſſer, hier zu ſterben?
Mein Herr, Sie könnten mich toll machen! denken Sie nicht an Ihre Ehre? die Ehre Ihres Kindes iſt die Ihrige, iſt mehr als die Ihrige. Sie werden angeklagt werden, es kann nicht anders ſein; man verurtheilt Sie vielleicht... ohne Zweifel... ſchauen Sie ſich um, betrachten Sie dieſes heilige Opfer, ſchreit ſein Blut nicht


