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Sie ſelbſt hat ſich in einem Augenblick der Verzweif⸗ lung, nach einem jener Anfälle von Eiſerſucht, die Sie ennen...
Sie lügen! Sie lügen Angeſichts des Todes, Ange⸗ ſichts Derjenigen, die Sie ſeige und ſchändlich ermordet haben. O, Sie ſind ein Ungeheuer!
Nein, nein, Chriſtine, hören Sie mich, hören Sie...
Ich ſoll Sie anhören, Sie! Sie, den Meineidigen und Mörder, während ich den Beweis Ihres Verbrechens in der Hand habe, da die arme erſchreckte und beſorgte Mutter einen Nothſchrei an ihre Tochter gerichtet und ſie zu ſich gerufen hat! Ich ſoll Ihnen glauben! Leſen Sie und Sie werden ſehen, ob ich Ihnen glauben kann.
Der Marquis ergriff mit zitternder Hand das Papier, das Chriſtine ihm darreichte, und las die folgenden Zeilen, welche die Unglückliche, die nicht mehr lebte, Abends zuvor noch geſchrieben hatte:
„Komm, Flavia, komm, meine Tochter, komm nach Monza, um Deine Mutter zu retten. Verliere keine Mi⸗ nute, keine Sekunde, eine furchtbare Gefahr bedroht mich; Du allein kannſt ſie von mir abwenden; man will mich ermorden! Komm, mein Kind, mein Schatz, mein Leben!“
Und Flavia iſt hier! rief Herr von Monza mit herz⸗ zerreißender Stimme, und ſie wird ſehen...
Flavia iſt in München, Flavia weiß nicht, daß ihre Mutter ſie gerufen hat; Flavia wird Nichts erfahren, Nichts ſehen, mein Herr. Aber Sie, Sie haben dieſe furchtbaren Zeilen geleſen, nicht wahr?
Ich habe ſie geleſen, erwiderte er niedergeſchmettert.
Und nun werden Sie fliehen, Sie werden Ihren Kopf dem Schaffote entziehen; Sie werden Ihren Namen vor dieſer Schmach retten, denn Sie ſind verloren, mein Herr!
Ich werde fliehen... mit Ihnen.
Mit mir! mir, mit Chriſtine Orthez! Ich, fliehen mit Ihnen! Ich ſollte die Gefährtin des Mörders einer Frau


