Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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verbieten, demſelben vor ſeiner Rückkehr zu nahen, wie er es Abends zuvor gethan hatte, nach München fliehen und Chriſtine und Flavia mit ſich zurücknehmen. Er ſchmeichelte ſich, auf ſolche Weiſe den Verfolgungen zu entgehen. Dieſer klügſte und leichteſte Entſchluß hinſichtlich der Ausführung

war jedoch nicht der zu ſeinen Wünſchen paſſendſte. Es

genügte nicht, der Todesſtrafe zu entgehen, er wollte haupt⸗ ſächlich nicht in Verdacht gerathen. Er kannte Chriſtine hinlänglich, um nicht zu zweifeln, daß ſie ihn mit Abſcheu fliehen würde, wenn ſie dieſen ſchändlichen Mord erführe. Wenn er, ſtatt eine koſtbare Zeit zu verlieren, ſogleich an ſich gedacht und den Körper in den Fluß geſtürzt hätte, ſo hätte man an einen Selbſtmord glauben können, allein jetzt war es heller Tag, dieſer einſame Thurm ward mehrere Stunden weit geſehen, tauſend Blicke konnten ihn entdecken, ohne daß er es ahnte; die Sache war unaus⸗ führbar; was nun beginnen?

Er gab jedoch die Idee nicht auf, die Vermuthung eines Selbſtmords zu erwecken; ſie konnte Alles beilegen. Beatrir konnte ſich in einem Augenblick der Verzweiflung, der Eiferſucht das Leben genommen haben. Ganz Paris würde im Nothfall bezeugen, weſſen ſie in dieſer Beziehung fähig war. Er ſtudirte in ſeinem Geiſt das Drama ein, das er erzählen wollte; er trug ſogar einige Sorge für die in Sceneſetzung, welche er mit einer Nuhe anordnete, die ſelbſt ſeinem Lehrer Ehre gemacht hätte. Man ſteigt die Stufen der Schlechtigkeit raſch hinab, beſonders wenn die Leidenſchaft und perſönliches Intereſſe uns leiten.

Er ließ den Leichnam an ſeiner Stelle, er nahm ihm weder die Krone ab noch ordnete er deſſen Haare; er wiſchte das Blut nicht ab und verbarg die Wunde nicht, er zog nicht einmal den Dolch aus derſelben. Er brauchte das Alles. Die arme Beatrir, ſie blieb ſchön trotz dieſes ſurchtbaren Todes! Ihre Augen hatten ſich unter dem Blick ihres Mörders von ſelbſt geſchloſſen, ihre langen