Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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brechens, noch an ein Vorbeugen der Folgen. Schon jetzt begann die Strafe für ihn und er glaubte, es ſei auf im⸗ mer um ſeine Ruhe, um ſeine Zukunft geſchehen. Stumm und unbeweglich betrachtete er ſein Opfer. Er hätte ſein eigenes Leben gegeben, um es ins Leben zurückzurufen. Seine Gedanken waren jetzt weit von Chriſtine entfernt. Tauſend herzzerreißende Bilder ſchwebten ſeinem Geiſte vor; er blickte auf ſeine Vermählung, auf jene Zeiten kindlichen Glücks, auf Flavia's Geburt, auf das Sterbebette der Frau von Chamarante zurück und wiederholte ſich die ſchrecklichen Worte der Mutter, die ihm ihre Tochter anvertraute:

Wenn wir uns dort oben wieder finden, werde ich Rechenſchaft über dieſes anvertraute Gut von Ihnen ver⸗ langen.

Dann trat das Geſpenſt Ernſt's und deſſen Mord⸗ lection vor ſeine Seele. Er hatte ihn ſo gründlich ver⸗ achtet und mußte ihn jetzt, wo er tiefer als Jener gefallen war, als ſeinen Meiſter anerkennen. Auch er hatte Beatrir das Mittel angeboten, ihrem Looſe zu entgehen; auch er hatte ſie auf ihre Weigerung hin geopfert. O, er benutzte ſeine Rathſchläge bewunderungswürdig! er brauchte Nichts mehr zu lernen.

Nachdem indeſſen die erſten Augenblicke vorbei waren, erwachten die unter der unvermeidlichen Stimme des Ge⸗ wiſſens ſchlummernden Triebe. Er dachte an ſich, er dachte an Chriſtine, und ein nicht zu ermeſſender Ausbruch von Freude entquoll ſeiner Bruſt.

Freil rief er.

Die Leidenſchaft bekam wieder die Oberhand; von dieſem Augenblick an entſchwanden Mitleid und Schmerz; er ward ein gemeiner Verbrecher, er ſuchte den unvermeid⸗ lichen Verdacht abzuwenden. In fremdem Lande, von bei⸗ nahe unbekannten Söldlingen umgeben, hatte er große Aus⸗ ſichten auf Erfolg. Er konnte die arme Frau in dieſem Zimmer laſſen, ſie darin einſchließen, ſeinen Dienſtboten