Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Sie ſind erbarmungslos, Madame, ich werde es ebenſo ſein.

Einerlei! Sie liebt Dich nicht!

Mein Gott!

Sie wird nie Dir angehören; Du wirſt ſterben wie ich, elend, gehaßt, verſtoßen.

O, das iſt zu viel!

Du wirſt allein ſterben, hörſt Du? Keine Hand wird Dir die Augen zudrücken, keine Thräne auf Deinem Grabe fließen; denn ich werde nicht mehr da ſein und Deine Tochter wird den Mörder ihrer Mutter verfluchen.

Schweigen Sie, ſchweigen Sie!

Und während dieſer Zeit wird ſie glücklich ſein, Deine Chriſtine, glücklich durch einen Andern, Jüngeren, Schö⸗ neren als Du biſt, durch einen Andern, der unſchuldig und geehrt iſt, verſtehſt Du?

Beatrir, im Namen Ihres Lebens, kein Wort weiter.

Ich weiß wohl, daß ich die Stärkere bin, daß ich Dich martere; ich weiß wohl, daß auch ich Dir den Dolch in der Wunde umkehre. Das iſt mein Vortheil, ich mache Gebrauch davon.

Zum letzten Mal, wollen Sie mich freilaſſen? Wol⸗ len Sie Ihr Leben von dem meinigen trennen? Wollen Sie das?—

Nein.

Er ſpielte unwillkürlich mit dem Heft eines in ſeiner Bruſt verborgenen Dolches, den er in der Abſicht mitge⸗ nommen hatte, ſeine Frau bloß zu erſchrecken; denn ſeine Verblendung war ſo ungeheuer, daß er auf ihre Einwilli⸗ gung zu dieſer unwürdigen Komödie zählte. Er hatte noch nicht gewagt, das Verbrechen vorher zu bedenken; er hatte noch einige Gewiſſensbiſſe, einige Achtung vor ſich ſelbſt und ſeinem Namen. Allein der Widerſtand und die unbe⸗ ſonnenen Reden der Marquiſe ſteigerten ſeine Erbitterung bis zum Wahnſinn. Er ſagte ſich bloß, Sie ſeien wirk⸗ lich allein, es ſei Nacht, der Abgrund ſei tief und die Donau reißend.

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