Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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64 lein, ich ſtöre Sie, ſagte er, nicht minder verlegen als

Sie.

Nicht doch, Herr Graf, allein ich war ſo weit ent⸗ fernt, zu erwarten...

Ich hatte ein Geſchäft in Paris und bin gekommen, Ihre Befehle einzuholen. Gehen Sie zu dem Agenten? Wollen Sie meinen Arm?

Ich danke Ihnen, Herr Graf; ich gehe immer allein.

Aber.... aber bevor Sie ausgehen.... könnte ich nicht vielleicht einige Augenblicke mit Ihnen ſprechen?

Nehmen Sie Platz, mein Herr, ich kann ſchon noch einige Augenblicke warten.

Robert ſetzte ſich und fühlte ſich ſo beklommen, als befände er ſich einer Königin gegenüber. Er war zwar über das Alter der Schüchternheit bereits hinaus, allein die wahre Liebe iſt immer ſchüchtern und mißtraut in ihrer ganzen Stärke immer ſich ſelbſt.

So war dieſer junge Mann gekommen, einer Frau eine glänzende Stellung anzubieten, ein Glück, welches vielleicht nicht ihre Hoffnungen, aber jedenfalls die Wahr⸗ ſcheinlichkeit des Eintreffens derſelben überſtieg, und er zitterte vor ihr. Er zögerte, zu ſprechen, denn von ſeinen Worten ſollte ſeine Zukunft, ſein Glück, ſein Leben abhän⸗ gen! Er fühlte jedoch, daß dieſes Stillſchweigen ſich nicht verlängern dürfe, und ſagte daher:

Was ich Ihnen mitzutheilen habe, Fräulein, iſt ſehr ernſt, für mich wenigſtens, und vielleicht auch für Sie, wenn ich ſo glücklich wäre...

Er hielt inne.

Chriſtine fing an, zu verſtehen. Ihr Blut ſtrömte zu ihrem Herzen, aber ſie wagte nicht, ihrer Freude ſich zu überlaſſen, aus Furcht, ſie möchte ſich täuſchen und zu bald der reizendſten Illuſion verluſtig gehen. Sie fragte daher nicht, ſondern wartete.

Fräulein... ich... ich liebe Sie...

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