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Ernſt, werden Sie mir verſprechen, keinen Verſuch mehr
zu machen, Fräulein Orthez zu ſehen.
Ich! Machen wir's noch beſſer: Sie gehen mit dem erſten Zug auf der Nordbahn, ich will mit Ihnen gehen. Sind Sie damit zufrieden.
Vollkommen; nur dürfen wir uns nicht die Miene geben, uns zu kennen.
Parbleu! Aber wir werden im nämlichen Waggon reiſen, nicht wahr?
Sie errathen Alles.
Das iſt mein Gewerbe.
Sie gingen während dieſes Geſpräches durch die jeder Zeit öden, zu dieſer Stunde jedoch ganz leeren Straßen des Marais und erreichten mitſammen den Boulevard, wo ſich ebenfalls noch Niemand blicken ließ.
Seit einigen Augenblicken ſchwiegen ſie.
Ah, dachte Amadee— der Elende! Wie kennt er das menſchliche Herz, wie ſondirt er die geheimſten Falten deſ⸗ ſelben! die fire Idee! die Leidenſchaft! das Hinderniß! das Hinderniß vor Allem! Mein Gott, habe Mitleid mit mir!
Dieſe hunderttauſend Francs, dachte Ernſt, kommen mir ganz gelegen. Sie ſichern meine Eriſtenz und die von Chriſtine, falls das Spielglück ſich wenden ſollte. Ich muß eilen, die Sache zu Ende zu bringen und meine Vielgeliebte zu entführen, denn da iſt ein Marquis, wel⸗
cher im beſten Zug iſt, mir zuvorzukommen. Ich habe
nie beſſere Anlagen geſehen als die ſeinigen und habe immer geſagt, daß dieſer Mann Inſtinkte beſitze, welche nur der Entwicklung bedürften. Bei alledem iſt er aber ſehr mittelmäßig; Chriſtine wird ſo ein Ding da nie ieben.
Sie kamen beim Bahnhof an und beſtiegen den
Waggon wie zwei Menſchen, welche ſich durchaus fremd
ſind. Einige Minuten darauf ſetzte ſich der Zug in Be⸗
wegung.
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