Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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eine Stellung verſchafft, fuͤr welche ich geeignet bin. Wären Sie frei, ſo wüßte ich nicht, was ich thäte; allein es iſt überſlüſſig, dieſe Hypotheſe aufzuſtellen. Sie tragen einen Namen, haben eine Stellung und Mittel, womit eine Frau von Geiſt ganz Paris, vielleicht Europa beherrſchen könnte. Aber Sie haben eine ſchöne und gute Frau, welche Sie liebt und verdient. Sie ſind Beide für einander geboren. Sie kennt keine größere Ehre, als die, Ihnen anzugehören; halten Sie ſich alſo an dieſe Kette und ſuchen Sie keine andere, welche für Sie zu ſchwer wäre. Laſſen Sie mich in der Sphäre leben, welche ich mir gewählt, und zwin⸗ gen Sie mich nicht, in ein unzugängliches Aſyl zu flüchten, an deſſen Mauern ſich meine Zukunft und Ihr Wille bre⸗ chen würden. Ich bin eine Tochter des Volkes, das iſt wahr; ich beſitze weder Ahnen noch Geburt; allein ich habe das Bewußtſein meines Werthes, ich habe das Be⸗ wußtſeins meines Charakters und ich will nicht die Mai⸗ treſſe eines großen Herrn ſein. Ich will es nicht ſein und werde es nicht ſein.

Aber was wollen Sie denn, Chriſtine? Was wün⸗ ſchen Sie? Großer Gott! verſetzte er in Verzweiflung.

Was ich will, was ich wünſche, iſt eine große und edle Liebe, iſt ein Mann, welcher groß und edel handelt; ein Mann, welcher wohlverdiente Ehren empfängt; ein Mann, welcher ſein Leben der Wohlfahrt oder dem Ruhm ſeines Landes widmet; ein Mann, deſſen Name in der ganzen Welt widerhallt; ein Mann, welcher ſein Jahr⸗ hundert beherrſcht, wie er mein Herz beherrſchen würde. Oh, für ſo einen Mann würde ich ohne Rückhalt, ohne Reue meine Zukunft, mein Leben, meinen Ruf, meine Ehre zum Opfer bringen! 1

Ich kann dieſer Mann für Sie werden, ich kann durch Sie würdig werden, Ihnen anzugehören. Sprechen Sie ein Wort und ich fühle mich der gewaltigſten Unterneh⸗ mungen fähig. Ich werde...

Die blutige Marquiſe, II. 4