Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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und Sie können mir nicht zumuthen, Sie wider meinen Willen zu lieben. Ich kenne kein Geſetz, welches mich dazu verpflichtet.

3 Oh, Chriſtine, Sie wiſſen nicht, was Sie thun. Sie wiſſen nicht, zu welchem Aeußerſten Sie mich treiben könnten. Bedenken Sie, wir ſind hier allein, Sie ſind ganz und gar in meiner Gewalt. Nichts kann Sie vor Saualäbeigie retten, wenn Sie mich unerbittlich zurück⸗ oßen.

Nichts kann mich retten, als Gott. Er ſieht und hört uns, mein Herr, und vielleicht ſagen Ihnen auch Ehre und Gewiſſen, wie infam es iſt, eine Frau zu inſultiren.

Ich weiß nicht mehr, wer ich bin, noch, was ich thue, Chriſtine, verzeihen Sie mir. Ich beleidige Sie, indem ich Sie rühren will... aber, wenn Sie wüßten, was ich leide! Wenn Sie wüßten, mit welcher Liebe ich Sie liebe! Fordern Sie von mir alle Opfer, fordern Sie mein Vermögen, mein Leben, meine Stellung, meine Ehre, fordern Sie Alles von mir, aber lieben Sie mich!

Ich kann Sie nicht lieben, verſetzte ſie mit verach⸗ tungsvoller Miene.

Sie können mich nicht lieben! Sie können mich nicht lieben! entgegnete er, indem er ſich vor ihr auf die Kniee warf. Aber warum können Sie mich nicht lieben? Iſt es, weil ich nicht jung bin? Iſt es, weil ich nicht reich bin? Spricht man mir einen gewiſſen Grad von Eleganz, von Geiſt ab? Kurz, bin ich Ihrer nicht würdig?

Nun wohl, nein, da Sie mich danach fragen, nein! Ich will die Wahrheit ſagen, einmal in meinem Leben ganz offen ſprechen, will meine Seele öffnen und das wird mir wohlthun, ich werde nachher leichter athmen. Nein, Sie ſind meiner nicht wuͤrdig; denn Sie beſitzen weder die Höhe des Geiſtes noch den Adel des Herzens, welche nöthig ſind, um mich zu beherrſchen. Und ich, waͤhnen Sie denn, ich könnte einen Mann lieben, welcher mir nach⸗ ſtände und mein Sklave wäre? Meinen Sie, ich würde

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