Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Robert biß ſich in die Lippen,

Amadee erblaßte.

Was Chriſtine angeht, ſo tadelte ſie Flavia, daß dieſe ihren Hut abgenommen, bevor ſie ein Haͤubchen gefordert, da ſie doch den Schnupfen hätte.

Sei es nun, daß die Freude, welche ihm das Wieder⸗ ſehen ſeiner Kinder verurſachte, für das ſchwache Hirn des Fürſten zu ſtark war, ſei es, daß ſein lichter Augenblick ſchon vorüber, am folgenden Morgen war er beim Er⸗ wachen nicht mehr er ſelbſt. Er erkannte Niemand mehr und bewegte ſich, ſeiner Gewohnheit gemäß, ganz in der Vergangenheit.

Er nahm ſeinen Sohn für Napoleon, ſeine Schwie⸗

gertochter für Joſephine, Fräulein Orthez für Marie Louiſe

und Flavia für den König von Rom. Was Robert be⸗ trifft, ſo hielt er ihn abwechſelnd für Lannes, Maſſena, Berthier und alle die Helden des Kaiſerreichs. Seine Unterhaltung wurde zugleich höchſt ergöͤtzlich und belehrend. Indem man den Anachronismus ſich gefallen ließ und ſei⸗ ner Phantaſie ſich unterwarf, wohnte man einer wahrhaften Wiederbelebung dieſer glorreichen Epoche bei. Chriſtine intereſſirte ſich höchlich dafür. Ihre Einbildungskraft be⸗ fähigte ſie, ſogleich in das Drama einzutreten und gab ihr die paſſendſten Antworten ein. Es kam ihr das ſehr geſchickt, um jedes Alleinſein mit dem Marquis zu hinter⸗ treiben. Umſonſt bot er alle erdenkbaren Liſten auf, ſie vereitelte ſie, ohne den Anſchein zu haben und wie auf die natürlichſte Weiſe von der Welt. Dieſer Widerſtand ſtei⸗ gerte die Leidenſchaft des Herrn von Monza auf's Höchſte und er beſchäftigte ſich mehr als je damit, ein Mittel zu ihrer Beſiegung zu finden.

Herr von Chamarante ſeinerſeits fühlte dieſe Liebe, welche in ſeinem Herzen ſchon ſo alt war, von Tag zu Tag wachſen und zwar in erſchreckendem Verhältniſſe. Er hatte einſehen gelernt, daß eine Liebesintrigue mit der Gouver⸗