Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Ja, mein Herr. Er ſprach dieſe Tage her davon, nach Monza zu gehen, um Sie zu überraſchen. Sie wer⸗ den erſtaunt ſein, ihn ſo wohlauf zu finden.

Ah, deſto beſſer! Flavia, eile, Deinen Großvater zu umarmen.

Flavia's gutes Herz ließ ſich das nicht zweimal ſagen. Der Greis bedeckte ſie mit Liebkoſungen, nannte ſie hun⸗ dertmal ſein theures Kind und verließ ſie nur, um ſich in die Arme ſeines Sohnes zu werfen.

Das Wiederſehen war überhaupt ſehr rührend. Bea⸗ trir fand hiebei alle ihre trefflichen Inſtinkte, ihre wahr⸗ hafte Güte und ihre vollkommene Hingebung wieder. Wei⸗ nend verſicherte ſie ihren Schwiegervater, daß ſie die glück⸗ lichſte der Frauen ſei, daß ihr Mann ſie noch immer bis zur Anbetung liebe, und daß ſie Nichts zu wünſchen hätte.

Als man dem Veteranen Fräulein Orthez vorſtellte, betrachtete er ſie lange mit ſeinem vormals ſo feſten und an Beobachtung gewöhnten Blicke. Chriſtine hielt denſel⸗ ben ohne alle Unruhe und Verwirrung aus.

Fräulein, ſagte der Fürſt, es iſt Stoff zu einer Heldin in Ihnen. Ich weiß nicht, ob Sie eine gute Gouvernante

ſind, obgleich ich es gerne glaube; aber auf jeden Fall

ſind Sie ſicherlich eine Perſon von hohem Charakter und feſtem Willen.

Das Fräulein iſt nicht minder ausgezeichnet durch ihren Charakter, als durch die Eigenſchaften ihres Herzens und ihres Geiſtes. Seit wir ihr Flavia anvertraut haben, hat das Kind erſtaunliche Fortſchritte gemacht.

Deſto beſſer, deſto beſſer! erwiederte der Marſchall auf dieſe Worte des Marquis. Aber es will mir ſcheinen, meine arme Beatrir, ſie ſei zu ſchön.

Die letztern Worte wurden, wenn auch mit gedämpf⸗ ter Stimme geſprochen, doch von Allen gehört und brach⸗ ten verſchiedene Abſtufungen von Verlegenheit hervor.

Der Greis hatte ſchon im erſten Moment die Wunde berührt.

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