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Natur, zu Ihnen ſprechen, Ihnen Alles ſagen, was ich auf dem Herzen habe, Sie zwingen, mich anzuhören... Und ſehen Sie, Chriſtine, eine Ungeſchicklichkeit des Kut⸗ ſchers, ein Nachgeben des Bodens und wir werden fünf⸗ hundert Fuß tief hinabſtürzen und mitſammen ſterben! Aber Flavia, Flavia! Lieben Sie denn Flavia nicht? 5
Ich liebe Flavia, wenigſtens glaube ich es, denn ich weiß es nicht mehr, ich fühle nur noch, daß mein Herz Ihnen gehört. Ich habe mein Gefühl bekämpft, grauſam bekämpft, ich habe mir alle möglichen Vorſtellungen gemacht, habe alle meine Befürchtungen und Erinnerungen zu Hülfe gerufen; aber Alles umſonſt, ich gebe nach und überlaſſe mich der unwiderſtehlichen Strömung. Ich ſtürze mit offenen Augen in den Abgrund, aber Sie werden mit mir hineinſtürzen, Chriſtine.
Das iſt gräßlich, mein Herr, wiſſen Sie das? Wie, weil Sie mich lieben, ſoll meine Zukunft verloren ſein? Wie, ich ſollte mich Ihrem Geſchicke unterziehen müſſen, weil es Ihnen gefällt, das meinige damit zu verbinden? Sie nehmen es, das ſei eine ausgemachte Sache, aber ich hoffe, da Sie ja doch eine Antwort fordern, Sie werden wenn Sie dieſelbe gehört, Ihren Entſchluß nochmals reif⸗ licher überlegen. Erfahren Sie alſo, daß ich keine Liebe hege, daß ich auch niemals eine annehmen werde außer von meinem Manne, falls ſich nämlich ein ehrenhafter Mann findet, welcher mir meines Falles ungeachtet ſeinen Namen geben will. Was ich auf der Welt am meiſten liebe, das iſt Flavia. Auf ſie habe ich alle meine Hoff⸗ nungen, all meinen Stolz übertragen. Es gibt kein Opfer, welches ich für Flavia nicht bringen würde. Um mich nicht von ihr zu trennen, werde ich Ihre Gegenwart er⸗ tragen ungeachtet mir Ihre Liebe durchaus keine Sympa⸗ thie einflößt. Für Flavia ertrage ich die höchſt unge⸗
rechte Verachtung, welche Frau von Monza für mich hegt.
Für Flavia..


