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Die Würde von Fräulein Orthez imponirte ſtets
durch ihre Natürlichkeit und Adeligkeit. Amadee zog ſich zurück.
Ach, was für eine große bewundernswerthe Natur ſind Sie! verſetzte er. Wer ſollte Sie nicht anbeten? Aber wollen Sie mir nicht wenigſtens antworten?
Ihnen antworten, mein Herr! Was könnte ich Ihnen ſagen? Ich habe Ihnen das Geheimniß meines Lebens ge⸗ offenbart, ich vermag nicht mehr zu lieben. Sie wiſſen es wohl, warum mich alſo weiter fragen?
Weiß ich es denn! Weiß ich, woher das Feuer kam, deſſen Glut mich verzehrt! Indeſſen iſt es eine ausgemachte Sache, daß Sie noch nie geliebt, Chriſtine. Die Leiden⸗
ſchaft ſchlummert noch in Ihnen. Ein Charakter wie der
Ihrige muß ſich, wenn die Liebe ihn beherrſcht, ganz an⸗ ders zeigen, als Sie ſich bisher gezeigt.
Ich hätte Ernſt nicht geliebt?
Nein.
Oh, wie können Sie ſo ſprechen! Aber wenn ich ihn nicht liebte, welcher Dämon beſtrickte mich dann?
Ich ſage Ihnen, Sie haben einen ſolchen Menſchen nicht geliebt.
Ich konnte einen ſolchen Menſchen nicht lieben, ſagen Sie? Ach, mein Herr, Sie kennen ihn nicht!
Machen Sie mich nicht reden, Chriſtine. Es gibt Umſtände, welche Sie nicht kennen, und ich wünſche, Sie lernten dieſelben niemals kennen.
Sie erſchrecken mich, mein Herr.
Das iſt nicht meine Abſicht und ich bin ſehr unge⸗ ſchickt. Man iſt ſo ungeſchickt, wenn man liebt.
Mein Herr, ich werde Flavia aufwecken.
Warum das Kind bei einem ſolchen Sturme auf⸗ wecken? Es wäre eine Grauſamkeit... ſein Schlaf iſt ein Glück.
Aber ich darf nicht länger hören...
Oh, Sie begreifen mein Glück nicht. Sie hier haben, an meiner Seite und allein inmitten dieſes Wirrwarrs der


