Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

30

um Sie mir zu erringen, und Nichts, hören Sie, Nichts, ſelbſt Ihr Haß nicht, wird mich dieſer Hoffnung entſagen machen.

Herr Marquis...

Oh, ich weiß, was Sie mir ſagen wollen. Sie wollen zuvörderſt von Ihrer und meiner Stellung ſprechen, von Ihrer Pflicht, Ihrer Zukunft. Sie werden mir be⸗ theuern, daß ich Sie mit einer Liebe verfolge, welche Ihnen zuwider iſt, Sie werden mein Haus verlaſſen, mich mit Ihrem Haß, Ihrem Zorn bedrohen. Nun wohlan, auf all das bin ich gefaßt und all das kann mich nicht beirren. Mein Entſchluß iſt gefaßt, Sie werden mir ge⸗ hören oder wir werden Beide ſterben. Wohin immer Sie gehen werden, ich werde Ihnen folgen. Verlaſſen Sie mein Haus, ſo werde ich es ebenfalls verlaſſen. Ziehen Sie mir einen Nebenbuhler vor, ſo werde ich ihn tödten. Fliehen Sie in ein Kloſter, werde ich daſſelbe in Brand ſtecken und Sie entführen. Ich kenne Ihren Charakter, ich weiß, daß Sie bis zuletzt kämpfen werden, denn Sie lie⸗ ben mich nicht; ich mache mir darüber keine Illuſion. Nun wohl, kämpfen wir! Wir wollen ſehen, was ſtärker iſt, die Liebe oder der Haß. Für jetzt habe ich geſprochen, Sie haben mich gehört, Sie kennen meinen Entſchluß und ich fühle mich deßhalb einer ſchweren Laſt entledigt.

Mein Gott, ſchrie die Gouvernante, kommt denn der jüngſte Tag? Dieſes Gewitter iſt entſetzlich!

Ein Blitz und ein Donnerſchlag motivirten dieſen Schrei. Der Wagen neigte ſich ſtark auf die Seite. Chri⸗ ſtine fiel faſt auf den Marquis. Er nahm ſie in ſeine Arme und drückte ſie an ſein Herz.

Sie ſtieß ihn heftig zurück.

Herr Marquis, ſagte ſie, wenn Sie mein Alleinſtehen und die Stellung, welche ich bei Ihnen einnehme, nicht achten, ſo achten Sie wenigſtens dieſes mir anvertraute Kind..

we ein

an