Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Er ſtarb im Geruch der Heiligkeit und ſeine Reliquien thaten Wunder. Die Prophezeiung ging Punkt fuͤr Punkt in Er⸗

füllung. Sein Sohn, welcher während dieſer Scenen noch

im Mutterſchvoße ſchlummerte, kam mit wilden Trieben und einer Art periodiſchen Wahnſinns zur Welt. In einer ſeiner Anfälle tödtete er ſeine Mutter, was als eine ge⸗ rechte Strafe Gottes betrachtet wurde. Er ſtarb auf der Jagd durch einen von unbekannter Hand abgeſchoſſenen Pfeil. Sein Stamm pflanzte ſich nicht lange fort, ſeine Abkömmlinge fanden alle ein gewaltſames und unglückliches Ende; der letzte endlich ward von einem Reiterkapitain, den er beſchimpft hatte, im Zweikampf getödtet.

Was das Schloß betrifft, ſo wiſſen Sie, wie es in unſere Hände gelangte. Ich hoffe, der Fluch werde ſich nicht weiter erſtrecken und wir dieſen gefährlichen Theil des herrſchaftlichen Erbgutes nicht mit in den Kauf be⸗ kommen haben. Ich vergaß noch beizufügen, daß man, wie die Sage berichtet, Nachts oft, beſonders aber am Abend vor Allerheiligen, dem Jahrestag des Verbrechens, Geſchrei in der Schlucht hört, daß man Flammen um die Ruinen der Kapelle herumhüpfen ſieht und daß Irene's blutiges Geſpenſt im Zimmer des Thürmchens umherwan⸗ delt. Bis dahin hat die Marquiſe noch nichts davon ge⸗ ſehen; vielleicht fürchtet ſie aber, die ſchöne Griechin eines Tages neben ihrem Bette um Gnade rufen zu hören. Daher ihre Abneigung gegen dieſes Schloß!

Das iſt die Geſchichte, die Sie zu hören wünſchten. Entſchuldigen Sie die Fehler des Verfaſſers, wie die alten Bücher ſagen. Wenn Sie damit zufrieden ſind, ſo bin ich für meine Mühe belohnt.

Ihre Geſchichte iſt ſchrecklich, Marquis, und Ihr Baron von Fuchsberg hätte wohl verdient, ſeines Adels verluſtig zu werden. Eine Frau tödten, ſie auf ſolche Weiſe tödten, ſie eine furchtbare Todesqual erleiden laſſen,