Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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noch lieben würde, wenn ich es gewollt hätte, biſt Du mir fluchend geſtorben? O, wenn Du mein Herz ſiehſt, wenn Du meine Verzweiflung und meine Reue ſiehſt, ſo weißt Du, zu welcher Qual ich fortan verdammt ſein werde. Hier auf Deinem angebeteten noch lebenswarmen Körper ſchwöre ich, daß Nichts auf Erden mich mehr feſſeln ſoll; ich ſchwöre, den Reſt meines Lebens der Buße zu weihen, ich ſchwöre, Deine theueren Ueber⸗ reſte nie zu verlaſſen und ſie mit dem zu vereinen, der .. DO, elender Rudolf, Deine Hände ſind mit Blut be⸗ deckt; Du haſt Deinen Stamm entehrt; Dein Stamm möge Dich verleugnen!...

Weib, fügte er hinzu, ohne Gertrud anzublicken, von dieſem Tage an haſt Du keinen Gatten, Dein Sohn kei⸗ nen Vater mehr. Und in Wahrheit, ich ſage Dir, der Mord ſoll bis auf die letzte Generation abgebüßt werden; Dein Sohn iſt verflucht, wie Alles, was den Namen Fuchsberg tragen, wie Alles, was dieſe Mauern bewohnen wird. Platz jetzt, Platz dem Gottesgerichte! Wir werden uns auf Eiden nicht mehr ſehen.

Er bückte ſich, hob Irene's Leichnam auf, lud ihn auf ſeine Schultern, ſtürzte über die Gallerie und ver⸗ ſchwand.

Der Baron erfüllte ſein Gelübde gewiſſenhaft. Er ließ eine Kapelle und eine Einſiedelei erbauen, wovon man hier unten an dieſem Thürmchen, am Ufer des Fluſſes und an der Stelle, wo die furchtbar entſtellten Ueberreſte Günthers gefunden wurden, noch einige Ruinen ſieht. Die beiden Liebenden ruhten mit einander in der Kapelle und ihr Mörder bewachte ſie bis zu ſeinem letzten Tage, ohne dieſe geheiligte Stätte zu verlaſſen, ohne Jemand bei ſich zu empfangen, ohne mit Ausnahme der Beichte und des Gebetes ein Wort auszuſprechen. Er lebte nur von Wur⸗ zeln und geißelte ſich jeden Tag mit ſtacheligen Ruthen, während er die Bußpſalmen und Todtengebete herſagte.