Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Ein Edelmann, der ſeine Waffen nicht mit ſich führt! antwortete der Baron mit bitterem Lächeln.

Glaub' es nicht, Rudolf; ſchau ihn an, ſchau ſein weißes Gewand, ſchau ſein Geſicht an: er iſt noch ein Kind, ein Novize, ſag' ich Dir. Er ſoll gehen! er ſoll gehen! Ich, ich werde bleiben.

Irene, ich werde nicht gehen, verſetzte Gunther; ich werde Dich mit dieſem Manne nicht allein laſſen, Ent⸗ weder liebt er Dich, oder will er ſich rächen und das Eine iſt ihm ſo wenig erlaubt als das Andere.

O geh, geh, ich bitte Dich! Wenn Du willſt, daß wir uns wiederſehen, wenn Dir an Deinen Schwüren ge⸗ legen iſt, ſo geh. Sei ruhig, ich bin ſtark und er liebt

mich nicht mehr.

Woher kommſt Du, Mönch? fragte der Ritter, wel⸗ cher ſie ſcheinbar ruhig anhörte.

Was kümmert Dich das? erwiderte Günther ſtolz.

Von daher kommt er, ſagte das junge Mädchen, in⸗ dem es auf die ſehr vervollkommnete und wohlbefeſtigte Leiter zeigte, die noch vom Söller herabhing.

Daher kommt er! Wohlan, ſo beeile er ſich, auf dem nämlichen Weg zurückzukehren oder ich ſchicke Dich vor ihm hinab.

Und mit einer Bewegung, ſo raſch wie der Gedanke,

faßte er Irene, umſchlang ſie mit einem Arme und hielt ihn einen Dolch auf die Bruſt. Günther ſtürzte auf ſie zu. Einen Schritt weiter und ſie iſt todt! Geh, geh, ſag' ich Dir. Mein Gott, und ich bin ohne Waffen! Und ich kann ſie nicht retten! Und ich muß gehorchen oder ſie vor mei⸗ nen Augen ſterben ſehen! rief der Novize, mit dem Kopf gegen die Mauer rennend. 7

Gehl wiederholte der Baron, geh! Ich bin des War⸗ tens müde..

Die blutige Marquiſe. II. 2