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An wen, großer Gott! Welch ein vom Himmel gefallener. der Hölle entſtiegener Nebenbuhler hatte in dieſes undurch⸗ dringliche Aſyl dringen können? Mit einem einzigen Sprunge ſtand der junge Mann vor ihm, ergriff ihn beim Arm und ſchaute ihn mit flammendem Blicke an.
Ein Mönch! rief er; o, Gertrud wußte Alles! Wohlan, fuhr er heulend vor Wuth fort, was ich geſprochen, werde ich auch ausführen.
Die armen jungen Leute waren ſo ergriffen, daß ſie die Gefahr noch nicht klar einſahen. Als Irene Rudolf erkannte, ſtieß ſie einen durchdringenden Schrei aus und ſtürzte auf ihn zu. Gott allein weiß, was in dieſem Au⸗ genblick im Herzen dieſes Weibes vorging. Vielleicht tauchte jene erſte, durch die Abweſenheit und Vernachläſſigung er⸗ loſchene Liebe Angeſichts des geliebten Gegenſtandes wie⸗ der auf; vielleicht gab ihr der Schrecken allein dieſe Be⸗ wegung ein. Günther, der arme Günther, er, der Novize ohne Erfahrung, ohne Uebung in den Waffen, ſah alle ſeine Träume zerrinnen; dennoch machte er ſich bereit, mit dieſem Manne zu kämpfen, der mit dem Dolch in der Hand auf ihn zuſchritt. Er war beherzt und ſtark und hauptſächlich Willens, ſeine Geliebte zu vertheidigen; er berechnete Nichts, aber ach! eine einzige Bewegung dieſes an Kämpfe und Schlachten gewöhnten Soldaten, mußte den jungen, ungeübten Kämpen zu Boden werfen.
Rudolf! rief Irene, ſeinen ſchon zum Streiche aus⸗ holenden Arm aufhaltend, Rudolf, tödte ihn nicht, o tödte ihn nicht; es iſt ein Kind, ein Mönch!
Günther murmelte ſein Gebet, ſchaute Irene an und erwartete den Todesſtreich.
Es iſt wahr, antwortete der Ritter, das darf nicht geſchehen. Steh auf, Prieſter, und geh!
Ich bin nicht Prieſter, ich bin nicht Mönch, ich bin ein Edelmann, wie Ihr; gebt mir ein Schwert und ich will es Euch auf der Stelle beweiſen.
wußte, und dieſe Worte waren an einen Andern gerichtet,
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