Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1850)
Entstehung
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Nacht zu Eueren früheren Beſchäftigungen geſtatten, wenn es Euch im Geringſten Vergnügen machen kann.

Nudolf's Herz pochte bei dieſen Worten gewaltig. Irene wiederfinden, ſie leidenſchaftlich, ſchön, wie in den erſten Tagen ihrer Verbindung wieder finden, ihre Thrä⸗ nen mit ſeinen Küſſen trocknen, ihr ſchwören, daß er ſie noch liebe, und ihr ein wenig Muth auf die Zukunft ein⸗ flößen, das mußte herrlich ſein. Zwar wagte er Anfangs nicht, den Vorſchlag anzunehmen, doch hatte er auch nicht die Kraft, darauf zu verzichten. Den dringenden Bitten ſeiner Frau nachgebend, hatte er ihr in einem Augenblick feuriger Zärtlichkeit ſein Ehrenwort gegeben, ein ganzes Jahr nicht in ſein Zauberkabinet zurückzukehren. Er hatte es zwar mehr als ein Mal bereut; allein zu jener Zeit ward ein Schwur ſo heilig gehalten, daß er ſich nicht er⸗ laubt hätte, denſelben zu brechen. Jetzt gab ihm Gertrud ſein Verſprechen auf einen Tag zurück, die Verſuchung war zu ſtark; er nahm es an.

An ſeinem Arm hängend, ſpazierte ſie mit ihm auf und nieder, entfaltete ihre reizendſten Koketterien und unter⸗ hielt ihn mit jener Art von Fragen, welche vor den Ge⸗ richtshöfen der Liebe geſtellt werden und die Jeder nach Willkür löst.

Nitter, ſagte ſie zu ihm, indem ſie ihre ſchöne Hand auf ſeine Schulter legte, was würdet Ihr mit einer Frau beginnen, die Euch hinterginge?

Rudolf wurde purpurroth.

Wenn meine Dame mich hinterginge, entgegnete er, ſo würde ich ſie tödten.

Wenn es aber nicht Euere Schloßdame, ſondern eine Maitreſſe wäre?

Eine Maitreſſe, die ich ſehr lieben würde und bei der ſich's der Mühe verlohnte, würde ich ebenfalls tödten; eine andere jedoch nur verachten.

Und welche Strafe würdet Ihr Eurem Nebenbuhler auflegen?

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